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Helles Bier steigt in Verbrauchergunst: Veltins mit Rekord

Meschede (dpa)

Hellbier ist besonders in Bayern beliebt. Aber auch für große Brauer in Nordrhein-Westfalen ist die aufsteigende Biersorte interessant. Helles hat Veltins sogar zu einem Rekord in der Pandemie verholfen.

Von dpa

Mitarbeiter Sergej Eichler kontrolliert in der Flaschenabfüllung der Veltins Brauerei eine Flasche. Foto: Bernd Thissen/dpa

Die aus Bayern stammende Biersorte Hell steigt in der Verbrauchergunst auf neue Höhen und hat selbst dem traditionellen Pilshersteller Veltins im Sauerland zu einem Rekordabsatz verholfen. Pils bleibt mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent im Handel zwar die mit Abstand am meisten gekaufte Biersorte in Deutschland, teilte Veltins mit Verweis auf Daten der Marktforscher von Nielsen für die ersten zehn Monate 2021 am Dienstag mit. Der Pils-Absatz schrumpfte im Handel aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 4 Prozent. Hell ist größter Gewinner unter den Biersorten mit einem Absatzplus von fast 14 Prozent und mit einem auf 8,8 Prozent weiter gewachsenen Marktanteil die Nummer 2 weit vor anderen Sorten wie dem Weizenbier.

Die Privatbrauerei Veltins erzielte dank ihrer Hell-Marke Pülleken im Geschäftsjahr 2021 einen Rekordabsatz. Der Gesamtausstoß stieg um 5,1 Prozent auf 3,095 Millionen Hektoliter. Damit wurde das bisherige Allzeithoch von 2019 leicht übertroffen worden. Das Wachstum wurde zum Großteil von Pülleken getragen. Die neue Marke kam auf 0,2 Mio Hektoliter. Bei Fassbier der Pils-Stammmarke Veltins verzeichnete die Brauerei zwar eine leichte Erholung mit einem Absatzplus von knapp 10 Prozent. In den Pandemiejahre 2020 und 2021 sank der Fassbieranteil am Gesamtausstoß der Brauerei aber von 17 auf 8,1 Prozent deutlich. Der Gesamtumsatz nahm 2021 um 5,8 Prozent auf 362 Millionen Euro zu.

Veltins begründete die für April geplante Erhöhung der Rampenpreise sowohl für Fassbier als auch Flaschenbier mit einer Kostenexplosion bei Malz beginnend über Kronkorken bis zu Energie. Die Kostensprünge könnten nur zu einem Teil durch eine höhere Produktivität aufgefangen werden, erklärte die Geschäftsführung. Die Modernisierung und Erweiterung der Brauerei im Hochsauerlandkreis, die insgesamt 420 Millionen Euro kostet, soll bis 2024 abgeschlossen werden. Mit Hilfe von neuen Abfüllanlagen und Lagerkapazitäten soll der Handel noch schneller beliefert werden können. Auch einige andere große Brauer hatten schon Preiserhöhungen für die kommenden Monate angekündigt.

Die Verbraucher seien pragmatisch mit der Pandemie umgegangen, hätten sich zu Hause und zum Teil auch auf der Terrasse ein Wohlfühlklima geschaffen, sagte der Veltins-Generalbevollmächtige Michael Huber. Durch monatelange Schließungen in der Gastronomie sowie ausgefallene Veranstaltungen und Feste sei der Pro-Kopf-Verbrauch auf etwa 92,5 Liter Bier im Jahr 2021 deutlich gesunken. Die tiefe Talsohle durch die Pandemie könnte für die deutsche Braubranche in diesem Jahr erreicht werden - umso mehr, wenn viele Verbraucher im eigenen Land Urlaub machen und damit die heimische Gastronomie wieder kräftig ankurbeln. Veltins rechnet für das eigene Geschäft erst Ende 2023 damit, die Fassbierabsätze des Jahres 2019 wieder zu erreichen.

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