1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. NRW
  4. >
  5. Hertha BSC als Team im Konjunktiv: Mitgefühl mit Maolida

  6. >

Hertha BSC als Team im Konjunktiv: Mitgefühl mit Maolida

Berlin (dpa)

Diese Hertha-Mannschaft verlangt von ihrem Trainer Korkut, Manager Bobic und ihren Fans weiter viel Geduld. Dem Hochgefühl vom Sieg gegen Dortmund folgt nach dem Jahreswechsel der Frust der Niederlage gegen Köln. Das stete Auf und Ab wirkt wie ein Prinzip.

Von dpa

Trainer Tayfun Korkut von Hertha BSC. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild

Hertha BSC bleibt auch im neuen Jahr ein Fußball-Club im Konjunktiv. Vieles wäre möglich, wenn... Ja, wenn Myziane Maolida gegen den 1. FC Köln seine einhundertprozentige Torchance genutzt hätte, wäre womöglich sogar ein Sieg für die Berliner drin gewesen. Das fand auch Trainer Tayfun Korkut. «Wenn wir das Tor machen, kann sich so ein Spiel auch komplett in eine andere Richtung bewegen», befand der Hertha-Coach. So schlecht fand Korkut seine Mannschaft beim 1:3 gegen das ziemlich clevere Geißbock-Team nämlich gar nicht. Zumindest wäre im Gegenzug nicht das 1:0 für den Gegner gefallen.

Korkut weiß aber: Hätte, wäre, wenn, sind nicht die Kategorien, in denen er jetzt denken und handeln darf. Dafür sind drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz in der Fußball-Bundesliga ein zu dünnes Polster. Das anstehende Programm ist mit den Spielen beim noch schlimmer kriselnden VfL Wolfsburg am Samstag und acht Tage später gegen den FC Bayern als Rahmen für das Pokal-Derby gegen den 1. FC Union (19. Januar) ziemlich heikel. «Mit der Qualität, die wir haben, sollten wir da unten nicht drin spielen, aber wir schaffen es nicht im Moment so einen Sieg zu holen», monierte Rechtsverteidiger Lukas Klünter.

«Jetzt geht es darum, dass wir uns auf das Spiel in Wolfsburg gut vorbereiten und lösungsorientiert sind ab morgen. Das wird ein komplett anderes Spiel», sagte Korkut. Nach gut einem Monat als Hertha-Trainer hat der 47-Jährige schon verinnerlicht, dass er mit dieser Mannschaft nicht auf Gewissheiten bauen kann. Der Wankelmut erlaubt Glücksmomente wie beim 3:2 gegen Dortmund und ärgerliche Rückschläge. Immerhin war die Niederlage beim Jahresstart keine totale Negativ-Offenbarung wie beim 0:4 in Mainz. Korkut hat in sechs Wochen Berlin schon ziemlich viel erlebt.

«Wir hatten die Chance, mit einem Sieg uns ins Mittelfeld abzusetzen und da unten mal so ein bisschen rauszukommen, was uns die ganze Zeit schon nervt», gestand Klünter, der nach fast vier Monaten Verletzungspause ein Kurz-Comeback feierte. «Es sollte uns nicht beunruhigen, wenn wir zwei schnelle Tore kassieren, hat es uns aber. Das war der Fehler», meinte der 25-Jährige.

Für Unglücksrabe Maolida, dem einfach kein Tor gelingen wollte, entwickelte Korkut fast ein bisschen Mitgefühl. «Er ist nicht der Erste und nicht der Letzte, der so eine Möglichkeit liegen lässt», sagte der Trainer. Erstmal müsse man aufmuntern, statt draufzuhauen, damit er «die in Zukunft besser verwertet». Dann wäre sogar ein Sieg in Wolfsburg für die Hertha möglich.

Startseite
ANZEIGE