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Kriminalität

Jugendliche nach Wurfattacken auf Autos in Untersuchungshaft

Gelsenkirchen (dpa/lnw)

Zweimal an einem Tag werden in Gelsenkirchen schwere Gegenstände auf fahrende Autos geschleudert. Nur mit viel Glück bleiben die Fahrer unverletzt. Jetzt haben die Ermittler zwei Tatverdächtige festgenommen - sie sind 14 und 15 Jahre alt.

Von dpa

Ein Streifenwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die Polizei hat zwei Jugendliche festgenommen, die an einem Straßentunnel in Gelsenkirchen schwere Gegenstände auf vorbeifahrende Fahrzeuge geworfen haben sollen. Die beiden 14- und 15-jährigen Jungen seien in Untersuchungshaft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Gegen sie werde wegen versuchter Tötungsdelikte ermittelt. Hinweise von Zeugen hätten die Ermittler auf die Spur der beiden gebracht.

An dem Tunnelausgang war am Dienstag zunächst eine Gehwegplatte in die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos eingeschlagen und hatte sie teilweise zertrümmert. Mehrere Stunden später wurde an der gleichen Stelle die Windschutzscheibe eines Kleintransporters von einem Stein getroffen. Die Fahrer blieben in beiden Fällen unverletzt und alarmierten die Polizei. Für die Suche nach den Tätern wurde eine Mordkommission eingerichtet.

Erste Hinweise auf die beiden 14- und 15-Jährigen hätten sich durch die Zeugenhinweise schon kurz nach den Taten ergeben, teilten die Ermittler mit. Die Jugendlichen seien dann zunächst für erkennungsdienstliche Maßnahmen mit auf die Wache genommen worden. Weil sich der Verdacht gegen sie immer weiter erhärtet habe, erwirkte die Staatsanwaltschaft schließlich Haftbefehle für beide.

Zu den möglichen Motiven der beiden Jungen machten Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine Angaben. Dies sei «Gegenstand der weiteren Ermittlungen», sagte ein Polizeisprecher.

Abgeschlossen sind die Ermittlungen in dem Fall damit aber noch nicht. Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die an der Ausfahrt des Vincketunnels etwas Auffälliges beobachtet haben. Dabei fragen die Ermittler in ihrem Aufruf ausdrücklich nach Beobachtungen seit dem 29. Dezember - also fünf Tage vor der Tat. Weshalb sich die Polizei für diesen Zeitraum interessiert, sagte der Polizeisprecher mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht.

Unterdessen wurde in der Nachbarstadt Bottrop am Mittwochabend ein fahrender Linienbus vermutlich von einem geschleuderten Stein getroffen. Zwei Scheiben gingen zu Bruch. Da keine Fahrgäste in dem Bus saßen, sei niemand verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Zusammenhang mit den beiden Fällen in Gelsenkirchen werde zwar routinemäßig überprüft. Bislang deute aber nichts darauf hin, dass die Fälle direkt zusammengehörten.

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