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Katholische Bischöfe wollen für Ukraine beten

Bad Staffelstein (dpa)

Welche Reformen sind notwendig, um der von Austritten geschwächten katholischen Kirche wieder neuen Schub zu geben? Es hätte für Deutschlands Bischöfe genug Gesprächsstoff gegeben bei ihrem Treffen. Doch jetzt geht es um Krieg und Frieden in Europa.

Von dpa

Graue Wolken ziehen über die Basilika Vierzehnheiligen. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Überschattet vom Krieg in der Ukraine beginnen die deutschen katholischen Bischöfe am heutigen Montag ihre Frühjahrsvollversammlung. «Natürlich, die Ukraine als Priorität wird überall dabei sein», sagte der Gastgeber, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Die Bischöfe tagen bis Donnerstag im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein.

Besonders der Eröffnungsgottesdienst am Montagabend in der Wallfahrtsbasilika soll dem Gebet für «Frieden in der Ukraine und ganz Europa» gewidmet sein, wie es in der offiziellen Einladung heißt. Es predigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing aus Limburg.

Schick hatte im Vorfeld der Versammlung die Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit den Menschen in der Ukraine betont. Man bete für sie und versichere ihnen: «Wir fühlen mit Euch, wir leiden mit Euch. Und wir stärken Euch auch in der Hoffnung, dass das Furchtbare doch beendet wird und wieder Frieden einkehrt.»

Erwartet wird in Vierzehnheiligen auch der umstrittene Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki. Er war am Mittwoch nach fünfmonatiger Auszeit in sein Amt als Erzbischof von Köln zurückgekehrt, hatte aber dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Eine Entscheidung steht noch aus.

Die Frühjahrsvollversammlung ist die erste Zusammenkunft der Bischöfe nach Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens. Es war zu dem Ergebnis gekommen, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt worden waren.

Und: Es liegen Reformvorschläge auf dem Tisch, die Anfang Februar bei der Vollversammlung des Synodalen Wegs verabschiedet worden waren. Unter anderem sollen die Gläubigen bei Bischofsernennungen mitreden können. Außerdem stehen die bei reformorientierten Katholiken schon länger formulierten Forderungen im Raum: Diakonat der Frau, verheiratete Priester, Segnung homosexueller Paare.

Die Bischöfe würden sich mit dem Fortgang des Synodalen Wegs befassen, teilte DBK-Sprecher Matthias Kopp vorab mit. «Dazu zählt auch eine erste Diskussion darüber, wie Beschlüsse in den Bistümern realistisch umgesetzt werden können.»

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) hat es begrüßt, dass die Bischöfe sich mit den Ergebnissen des Synodalen Wegs befassen, fordert aber nun konkrete Schritte: «Wir rufen sie auf, in ihren jeweiligen Diözesen eigenverantwortlich die Beschlüsse im Rahmen des kirchenrechtlich Möglichen zeitnah umzusetzen und richtungsweisende Signale für die Fortführung des Reformprozesses zu senden», teilte Präsidentin Maria Flachsbarth mit.

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