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Comtrails entstehen durch Flugzeuge

Darum sind aktuell so viele Kondensstreifen zu sehen

Münster/Bielefeld

Am Dienstagabend und Mittwochmorgen sind in weiten Teilen Westfalens besonders viele Kondensstreifen zu sehen gewesen. Das liegt nicht am zunehmenden Flugverkehr, sondern hat einen anderen Grund.

Von Jonas Wiening

In weiten Teilen Westfalens, wie hier in Warendorf,  waren am frühen Dienstagabend und Mittwochmorgen die Kondensstreifen besonders deutlich zu sehen. Foto: Jonas Wiening

Am Dienstagabend und Mittwochmorgen gingen besonders viele Blicke in den Himmel. Ungewöhnlich viele Kondensstreifen waren dort zu sehen und sorgten für teils spektakuläre und schöne Bilder.

Doch woher kommen diese Kondensstreifen überhaupt und wieso sind sie aktuell so viel zu sehen?

Jürgen Schmidt, Meteorologe vom Wetterkontor, gibt auf Nachfrage unserer Zeitung diese Antworten: „Kondensstreifen, englisch als Comtrails bezeichnet, entstehen durch Flugzeuge. Da diese in vielen tausend Metern Höhe fliegen und dort Temperaturen um die Minus 40 oder 50 Grad herrschen, bilden sich durch die Feuchtigkeit bei der Verbrennung durch Düsenantriebe kleine Eisteilchen.“ Diese wiederum würden dann zu den Kondensstreifen.

Comtrails sind ungefährlich

Diese Streifen am Himmel seien für die Menschen auf dem Boden weitgehendst ungefährlich und und hätten keinen Einfluss auf die Umwelt, teilt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) mit.

„Comtrails sind auch keine Chemtrails“, sagt Meteorologe Jürgen Schmidt. Dass die Flugzeuge Chemikalien auf die Erde sprühen und zur Beeinflussung des Klimas oder für ähnliche Aktionen nutzen, sei aus der Luft gegriffen. „Das ist eine klassische Verschwörungstheorie“, sagt Schmidt.

Der Experte hat auch eine einfache Erklärung für die aktuell besonders sichtbaren und deutlichen Kondensstreifen. „Das hat nichts damit zu tun, dass aktuell mehr Flugbetrieb herrscht oder mehr Flugzeuge in der Luft sind.“

Der Himmel sah zeitweise so aus. Foto: Dirk Anger

Kondensstreifen bleiben länger sichtbar

Es hänge vielmehr mit dem Wetter zusammen. In Westfalen ziehe aktuell ein Tiefdruckgebiet auf. Dieses bringe deutlich feuchtere Luft mit sich. „Und dadurch lösen sich die Kondensstreifen viel langsamer auf“, sagt Meteorologe Schmidt. So seien die Streifen bei klarem Himmel viel länger - und mehrere gleichzeitig - am Himmel zu sehen.

„Und aktuell kommt auch noch Wind hinzu. Der sorgt dafür, dass die Kondensstreifen breiter und so noch deutlicher zu sehen sind“, erklärt Jürgen Schmidt. So würden aktuell die besten Bedingungen herrschen für die Sichtbarkeit von Kondensstreifen am Himmel.

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