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Landeswahlleiter: Ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie 2017

Düsseldorf (dpa/lnw)

Es ist eine Wahl für den Bund, die für das Land NRW besondere Bedeutung hat - schließlich dürfte Ministerpräsident Armin Laschet danach nach Berlin wechseln. Die Wahlbeteiligung bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie 2017 - aber Laschet selbst sorgt für Aufsehen.

Von dpa

Ein Wählerin sitzt im Wahllokal mit ihrem Stimmzettel in der Wahlkabine. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Nordrhein-Westfalen wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale eine vergleichbar hohe Wahlbeteiligung wie beim Urnengang 2017 ab. Bis 16.00 Uhr sei in einer stichprobenartigen Umfrage ein Wert von 69 Prozent festgestellt worden, erklärte Landeswahlleiter Wolfgang Schellen am Sonntagnachmittag. Bei der vorangegangenen Bundestagswahl 2017 habe der Wert zu diesem Zeitpunkt bei 68 Prozent gelegen.

Für die Schätzung waren Stichproben in acht Kreisen und kreisfreien Städten genommen worden, darunter waren der Kreis Düren, der Kreis Gütersloh, Düsseldorf, Essen und Köln. Briefwähler wurden berücksichtigt.

In dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland waren 12,9 Millionen Bürger aufgerufen, ihre Stimmen zur Bundestagswahl abzugeben. Die Wahllokale waren noch bis 18.00 Uhr geöffnet. Mehrere Städte hatten in den vergangenen Tagen bereits über Rekordwerte bei der Zahl der Briefwahlanträge berichtet - Dortmund zum Beispiel hatte rund 156 000 Briefwahlunterlagen ausgestellt, vier Jahre zuvor waren es nur 97 000 gewesen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung in NRW insgesamt mit 75,4 Prozent etwas unter dem bundesweiten Wert von 76,2 gelegen.

Entschieden wurde über die Zusammensetzung des 20. Deutschen Bundestags, der dann einen neuen Kanzler wählen wird. Angela Merkel (CDU) trat nicht mehr an. Aus NRW bewarb sich Ministerpräsident Armin Laschet für die Union um die Kanzlerschaft. Die SPD schickte Bundesfinanzminister Olaf Scholz ins Rennen, für die Grünen kandidierte ihre Bundesparteichefin Annalena Baerbock.

CDU-Politiker Laschet ging am Sonntagvormittag an seinem Wohnort Aachen zu Fuß zum Wahllokal und gab dort seine Stimme ab. Dabei hielt er den Zettel an der Urne so, dass seine beiden Kreuzchen bei der CDU erkennbar waren - eigentlich sollen Wähler den Zettel im Sinne des Wahlgeheimnisses so einwerfen, dass niemand die Wahlentscheidung erkennen kann. In sozialen Netzwerken musste Laschet daraufhin Spott und Kritik einstecken.

Der SPD-Kanzlerkandidat von 2017 und Ex-Bundeschef der Sozialdemokraten, Martin Schulz, der aus Würselen bei Aachen kommt, gab ebenfalls seine Stimme ab. Auf Twitter veröffentlichte er ein Video, in dem er sagte: «Heute kann man mit seiner eigenen Stimmabgabe die Zukunft des Landes gestalten - eine Zukunft mit Respekt, in Sicherheit für unsere Kinder und Kindeskinder und eine Zukunft, in der es ein starkes Europa gibt.»

Umfragen zufolge gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Laschet und dem jetzigen SPD-Kanzlerkandidaten Scholz. «Das ist heute ein Kampf bis zur letzten Sekunde», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bei seiner Stimmabgabe in Leichlingen.

Aller Voraussicht nach wechselt Laschet nach der Wahl von Düsseldorf nach Berlin - ein «Rückfahrticket» hat er wiederholt ausgeschlossen. Dann würde NRW noch vor der Landtagswahl im Mai 2022 einen neuen Ministerpräsidenten oder eine neue Ministerpräsidentin der aktuellen schwarz-gelben Koalition bekommen. Wer das sein könnte, ist noch völlig offen.

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