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Landwirtschaft verliert pro Tag Fläche von 19 Fußballfeldern

Düsseldorf (dpa/lnw)

Der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalengeht pro Tag eine Fläche in der Größe von etwa 19 Fußballfelderndurch das Nutzen des Bodens für andere Zwecke verloren. Der Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche hat sich im Jahr 2020 jedoch auf 13,4 Hektar pro Tag verringert, wie aus dem jüngsten Flächenbericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hervorgeht. Im Jahr 2019 gingen noch täglich 19 Hektar Agrarfläche durch Umnutzung verloren. Das entspricht etwa 27 Fußballfeldern.

Von dpa

Das Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsflächen ging in NRW weiter, aber nicht in dem sehr hohen Tempo wie zuvor. 2020 wurden pro Tag zusätzlich 5,7 Hektar für Siedlungen und Verkehr in Anspruch genommen. 2019 waren es im Schnitt 8,1 Hektar pro Tag. 2018 wuchsen die Siedlungs- und Verkehrsflächen um 5,2 und 2017 um 6,3 Hektar pro Tag. «Es ist noch zu früh, daraus einen Trend abzulesen, aber die Richtung stimmt», sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

Das Eindämmen der Bodenversiegelung, mehr Grün in der Stadt, der Erhalt der Versickerungsflächen und die Sanierung von Altflächen beugten Hitze und Überschwemmungen vor. «Unser ressortübergreifendes Maßnahmenpaket zur intelligenten Flächennutzung wird dazu beitragen, den Flächenverbrauch weiter zu senken», sagte sie.

Die Grünen nannten den verringerten Flächenverbrauch erfreulich, warfen aber der Landesregierung vor, sich mit fremden Federn zu schmücken. Die rückläufige Entwicklung sei nicht auf politische Maßnahmen von Schwarz-Gelb zurückzuführen, sondern vermutlich auf erste Corona-Effekte, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, Norwich Rüße. Während der Pandemie seien Baugebiete teilweise nicht erschlossen worden. Auch hätten Unternehmen ihre Entscheidungen für Baumaßnahmen hinausgezögert.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband betonte, dass für den Siedlungsbau oder den Verkehr genutzte Agrarflächen meist unwiderruflich für die Lebensmittelerzeugung verloren gingen. Die Bauern würden doppelt bestraft, weil auch Ausgleichsmaßnahmen für Neubauten oder Verkehrswege häufig zu Lasten landwirtschaftlicher Nutzflächen gingen, sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Pauw. Der Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen sei nach wie vor zu hoch.

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