1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. NRW
  4. >
  5. Mann tötet seine Frau: Abweisung in Psychiatrie dementiert

  6. >

Kriminalität

Mann tötet seine Frau: Abweisung in Psychiatrie dementiert

Dortmund (dpa/lnw)

Das NRW-Gesundheitsministerium hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach sich ein 56-Jähriger vergeblich um Aufnahme in die Psychiatrie bemüht hatte, bevor er in Dortmund seine Frau und dann sich selbst tötete. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von AfD-Abgeordneten hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Von dpa

Der Mann habe in der Ambulanz nach einem Gesprächstermin zur Abklärung einer planbaren Krankenhausbehandlung gefragt und sei von einer Mitarbeiterin auf einen möglichen Gesprächstermin im Rahmen der wöchentlichen Ambulanzsprechstunde hingewiesen worden, heißt es in dem Schreiben der Landesregierung, die sich an der Stelle auf das Gesundheitsministerium beruft. «Von einer Notfall- oder Krisensituation sei nicht die Rede gewesen.»

Für die Staatsanwaltschaft Dortmund ist die Sache noch nicht so klar: Das Verfahren wegen Mordverdachts gegen den 56-Jährigen wurde demnach aufgrund seines Todes eingestellt. Man prüfe aber in dem Todesermittlungsverfahren weiter ein etwaiges Fremdverschulden.

Einem Medienbericht zufolge, auf den sich das Ministerium bezog, soll der Mann kurz vor der Tat Hilfe in einer Dortmunder Psychiatrie gesucht haben. Er soll den Drang verspürt haben, anderen und sich selbst Gewalt anzutun, sei aber wieder weggeschickt und an den Hausarzt verwiesen worden, hieß es darin.

Der 56-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft unter psychischen Problemen litt, hatte am 11. Juni in Dortmund-Hörde in der gemeinsamen Wohnung mit einem stumpfen Gegenstand auf seine 42 Jahre alte Frau eingeschlagen. Sie starb später im Krankenhaus. Der Mann selbst sprang nach der Tat aus einem Fenster im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses und starb.

Startseite
ANZEIGE