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Mutmaßlicher «falscher Arzt» schweigt vor Gericht

Dortmund (dpa/lnw)

Ein Mann aus Dortmund soll sich als Arzt ausgegeben und mehreren Patienten Spritzen verabreicht haben. Vor Gericht schweigt er zu den Vorwürfen.

Von dpa

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Ein «falscher Arzt» muss sich seit Dienstag vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Der heute 49 Jahre alte Mann aus Dortmund soll sich in den Jahren 2015 und 2016 als Arzt und Psychotherapeut ausgegeben und mehrere Patienten behandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem gefährliche Körperverletzung, Betrug, Titelmissbrauch und Urkundenfälschung vor.

Laut Anklage bot der Dortmunder Personen mit unterschiedlichen Leiden seine Hilfe an. Einige kamen mit Übergewicht, andere mit Hautproblemen oder Schlafstörungen zu ihm. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der heute 49-Jährige den Patienten nacheinander mehrere Spritzen mit Kochsalzlösung verabreichte und dafür jeweils rund 50 Euro als Eigenleistung in Rechnung stellte. Ein Behandlungserfolg soll sich zu keiner Zeit eingestellt haben.

Darüber hinaus soll der Angeklagte für zwei junge Bekannte die Abiturzeugnisse gefälscht haben, um diesen ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum zu ermöglichen. Ein junger Mann, der einen Notenschnitt von 3,2 erreicht hatte, konnte sich so angeblich mit einem gefälschten Schnitt von 1,7 für ein Jura-Studium einschreiben. Eine junge Frau soll ein Psychologe-Studium begonnen haben, nachdem ihr Notenschnitt von 2,5 auf 1,2 «korrigiert» worden sein soll.

Der Angeklagte wollte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen äußern.

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