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NRW will bei der Digitalisierung der Schulen Tempo machen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Die digitale Transformation soll in den Schulen in NRW an Fahrt gewinnen. Das Schulministerium stellt ein neues Strategiekonzept bis zum Jahr 2025 vor. Ministerin Gebauer spricht von einer Aufholjagd.

Von dpa

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gibt eine Pressekonferenz. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Bei der Digitalisierung an den Schulen will das Land NRW Tempo machen und bis 2025 bei Unterrichtsgestaltung, Lehrerfortbildung und Ausstattung vorankommen. Digitale Kompetenzen ergänzten die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag bei Vorstellung der «Digitalstrategie Schule NRW» bis 2025. Es handle sich um ein Gesamtkonzept mit Zielen und Maßnahmen für das «Lehren und Lernen in der digitalen Welt» und umfasse im Kern drei Handlungsfelder.

Der Unterricht solle konzeptionell weiterentwickelt werden, um pädagogische und didaktische Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Es brauche entsprechend qualifizierte Lehrkräfte, eine Fortbildungsoffensive sei in Gang gesetzt. Der Nachweis digitaler Kompetenzen für angehende Lehrkräfte sei seit Frühjahr 2019 prüfungsrelevant.

Als drittes müsse der Zugang zu digitalen Medien und digitaler Infrastruktur sichergestellt werden. Inzwischen seien rund 70 Prozent der Schulen an ein leistungsfähiges Gigabit-Netz angeschossen. Das Ziel, alle anderen bis Ende 2022 anzuschließen, werde erreicht, meinte die Ministerin.

Beim digitalen Lernen setze der Prozess schon in der Grundschule an. Dort erfolge eine erste «informatische Grundbildung». Im neuen Schuljahr 2021/22 sei zudem das Pflichtfach Informatik an den weiterführenden Schulen ab Klasse 5 gerade eingeführt worden.

Ab dem Schuljahr 2022/23 soll es an jeder Schule einen Digitalisierungsbeauftragten geben, der Unterrichts- und Schulentwicklungsprozesse unterstützen werde, kündigte Gebauer an. «Ein paar Computer in die Klassenzimmer zu stellen, reicht nicht aus», betonte sie in Düsseldorf. Die Pädagogik stehe im Mittelpunkt. Derzeit seien 180 Medienberater in den Schulen im Einsatz, 2022 weitere 30 Stellen vorgesehen.

Für die digitale Weiterentwicklung des schulischen Bildungsbereichs von 2020 bis 2025 sind insgesamt fast zwei Milliarden Euro vorgesehen - zum Teil schon investierte Summen eingerechnet. Darin enthalten sei auch ein neues Programm, das wohl noch vor den Herbstferien starte und 184 Millionen Euro umfasse: Das Geld soll in die Ausstattung mit digitalen Endgeräten fließen - und zwar für besonders belastete allgemeinbildende Schulen oder auch Förderschulen. Rund 370.000 Schülerinnen und Schüler könnten davon demnächst profitieren, sagte Gebauer. Zwei Ausstattungsprogramme von 2020 seien bereits ausgeschöpft.

Die FDP-Politikerin sprach von einer «digitalen Aufholjagd». Man habe die «Digitalstrategie Schule NRW» in einem intensiven Prozess mit Schulaufsicht, Schulen und Schulträgern erarbeitet. Um Investitionen in die Digitalisierung zu verstetigen, brauche es einen «Digitalpakt 2.0». Dazu strebe das Land NRW nach der Bundestagswahl Gespräche mit der neuen Bundesregierung und den Kommunen an.

Nach Ansicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ist es «höchste Zeit, dass eigentlich Selbstverständliches nicht nur mittels einer theoretischen Strategie, sondern auch durch praktische Umsetzung und Unterstützung selbstverständlich wird.» Die Probleme in NRW seien flächendeckend und vielfältig, aber zu spät angegangen worden, monierte die Lehrergewerkschaft GEW. An vielen Schulen gebe es noch immer kein funktionierendes WLAN, es mangele an IT-Fachkräften zur Unterstützung, es brauche dringend umfassende Fortbildungen.

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