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Politologe: Keine Rückfahrkarte für Laschet nach NRW

Düsseldorf (dpa/lnw)

Nach der Niederlage der Union bei der Bundestagswahl gibt es für deren Kanzlerkandidaten und Ministerpräsidenten Armin Laschet aus Sicht des Politologen Stefan Marschall keine Rückfahrkarte mehr nach Nordrhein-Westfalen. Laschet habe sich klar dazu bekannt, auf Bundesebene das «Projekt Zukunftskoalition» zu betreiben, sagte der Düsseldorfer Politik-Professor am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem habe Laschet jetzt das Mandat im Bundestag - «und wird es auch annehmen müssen», so Marschall. «Insofern ist es jetzt noch klarer als vorher, dass es für ihn keine Rückfahrkarte gibt.»

Von dpa

Armin Laschet, Bundesvorsitzender der CDU, Spitzenkandidat seiner Partei. Foto: Michael Kappeler/dpa

Das Ergebnis der Bundestagswahl sei auch für die CDU in NRW «nicht berauschend». CDU und SPD hätten in dem Bundesland gleich viele Direktmandate gewonnen. Hinzu kämen die vier neuen Direktmandate für die Grünen. In NRW habe es «keinen großen Heimvorteil» des Kanzlerkandidaten gegeben. Das werde im CDU-Landesverband auch wahrgenommen, sagte Marschall.

Mit der Wahl eines Nachfolgers für Ministerpräsident Laschet rechnet Marschall nach dem CDU-Landesparteitag am 23. Oktober. Dort werde zunächst entschieden, wie und ob das Amt des Parteivorsitzes und des Ministerpräsidenten miteinander verbunden würden. «Von der Strategie her ist es einfach besser, mit einem Amtsinhaber ins Rennen zu gehen», sagte Marschall mit Blick auf die Landtagswahl. Als aussichtsreicher Aspirant gilt Landesverkehrsminister Hendrik Wüst.

Die CDU in NRW müsse jetzt auch kämpfen, sagte Marschall. Sie sei «nicht in der Komfortzone», dass sie sich Zeit lassen könnte mit ihrer Neuaufstellung. «Es geht darum, ob sie es schaffen wird, noch an der Regierung zu bleiben.»

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