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Polizist wegen versuchter Erpressung verurteilt

Düsseldorf (dpa/lnw)

Ein 32-jähriger Polizist ist in Düsseldorf wegen versuchter Erpressung von zwei Kollegen zu fast 6000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht sprach den nach eigenen Angaben seit drei Jahren suspendierten Beamten am Dienstag schuldig. Der Polizist räumte im Prozess Fehler ein: Er habe sich provoziert gefühlt und von seinen Kollegen Geld gefordert, dies aber nicht so gemeint.

Von dpa

«Polizei» steht auf der Uniform eines Polizisten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild

Laut Anklage hatte der 32-jährige vor knapp drei Jahren zwei Polizeianwärter des Diebstahls seines Mantels bezichtigt und von ihnen für das Nichtmelden des Vorfalls zunächst insgesamt 2000 Euro Schweigegeld und dann später 800 Euro gefordert.

Einer der Beamten hatte den Mantel, in der sich auch der Dienstausweis und die EC-Karte des 32-Jährigen befand, nach einem feuchtfröhlichen Kneipenbesuch mitgenommen. Als er und sein befreundeter Kollege die Sachen zwei Tage später zurückgeben wollten, soll der Angeklagte sie des Diebstahls bezichtigt und das Schweigegeld gefordert haben.

Einer der beiden sagte am Dienstag als Zeuge aus, der Beamte habe sie als Polizeianwärter damals eingeschüchtert: Sie seien noch keine Beamten auf Lebenszeit, würden für den Diebstahl verurteilt und ihre Anstellung verlieren. Die beiden inzwischen 28- und 30-jährigen Polizisten erstatteten dennoch Anzeige wegen Erpressung und Nötigung.

Den Mantel des Kollegen mitgenommen zu haben, bestritt der 28-Jährige im Zeugenstand nicht. Er schäme sich dafür, dass er als Polizist so betrunken gewesen sei. Da die Richterin gegen den verurteilten Polizisten 70 Tagessätze Geldstrafe verhängte und damit unter der Grenze von 90 blieb, kann dieser seinen Beruf weiter ausüben und gilt als nicht vorbestraft.

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