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Prävention gegen «Cybergrooming»: Lehrmaterial für Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Tasten einer beleuchteten Tastatur. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Im Kampf gegen sexuelle Belästigung im Internet setzt das nordrhein-westfälische Schulministerium auch auf Prävention und Aufklärung. Daher hat das Ministerium gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW zu Beginn des neuen Schuljahres Lehr- und Unterrichtsmaterial zum sogenannten «Cybergrooming» an alle weiterführenden Schulen verteilt. Ziel sei es, Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis acht für das Thema zu sensibilisieren und mit den wichtigsten Sicherheitsregeln in Chats und sozialen Netzwerken vertraut zu machen, teilten die Organisationen am Montag mit.

Kern des Angebots ist neben Begleitmaterial ein rund zehnminütiges Video, das über die Webseite der Medienanstalt (www.medienanstalt-nrw.de/cybergrooming) abrufbar ist. «Mit diesem Angebot sensibilisieren und unterstützen wir unsere Lehrkräfte und ermöglichen es ihnen, das Thema Cybergrooming in ihren Unterricht einzubinden. Angesichts der Brisanz dieses Themas dürfen wir die Eltern mit der Präventionsarbeit nicht alleine lassen», sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut der Mitteilung. Es sei die gemeinsame Aufgabe, dass sich Kinder möglichst sicher in ihrem digitalen Alltag bewegen könnten.

Cybergrooming und sexuelle Übergriffe gehörten für Kinder zu den folgenschwersten Gefahren im Internet. Anders als in der realen Welt sei in Chats und in sozialen Netzwerken oft nicht leicht ersichtlich, wer sich hinter einem Nutzerprofil verberge. So könnten sich Kinder nie wirklich sicher sein, wer ihnen gerade eine Kontaktanfrage geschickt oder ein Kompliment für das «süße Lächeln» auf dem Profilbild gemacht habe.

Cybergrooming ist die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen über das Internet. Täter legen sich dabei häufig eine jugendliche Scheinidentität zu, um sich das Vertrauen ihrer späteren Opfer zu erschleichen. Das Landeskriminalamt NRW hat im vergangenen Jahr 534 Fälle von Cybergrooming erfasst. Die Dunkelziffer sei aber wohl um ein Vielfaches höher, vermuten die Experten.

«Es wäre realitätsfern zu versuchen, Kinder aus sozialen Netzwerken fernzuhalten. Im Internet kommen Kinder zwangsläufig mit fremden Personen in Kontakt. Deswegen müssen wir ihnen eine gesunde Vorsicht beibringen. Wenn sie ein paar einfache Regeln beachten, können sie ihren Schutz deutlich erhöhen», sagte Tobias Schmid, Direktor der Landesmedienanstalt. «Wenn doch einmal etwas passiert, müssen Kinder wissen, an wen sie sich wenden können. Beides wollen wir mit diesem Unterrichtsmaterial vermitteln.»

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