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Preis des Westfälischen Friedens an Tsipras und Zaev

Münster (dpa)

Frieden unter lange verfeindeten Nachbarn in Europa und der Kampf gegen den Klimawandel: Für diese Themen gab es am Samstag in Münster einen hochdotierten Preis. Ausgezeichnet wurden zwei Politiker und der Gründer einer Jugendorganisation.

Von dpa

Zoran Zaev (l), Premier von Nordmazedonien, und Alexis Tsipras, Ministerpräsident von Griechenland. Foto: Eurokinissi/Eurokinissi/dpa/Archiv

Der ehemalige griechische Ministerpräsident sowie der aktuelle nordmazedonische Regierungschef sind am Samstag mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. Die wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe ehrte damit Alexis Tsipras und Zoran Zaev in Münster für ihre Einigung im mazedonischen Namensstreit und die dadurch entstandene Stabilität auf dem Balkan. Mazedonien als Nachbarstaat von Griechenland hatte sich nach einem jahrelangen, erbitterten Streit in Nordmazedonien umbenannt.

«Griechenland und Nordmazedonien haben mit dem Abschluss des Prespa-Abkommens unter Ihrer beiden Führung einen bemerkenswerten Maßstab gesetzt», sagte der lettische Staatspräsident Egils Levits in seiner Laudatio. Dabei seien drei Leitideen umgesetzt worden: der Wille zum Frieden, die kritische Selbstreflexion und Europa als Raum für das friedliche Zusammenleben. Levits vertrat die baltischen Staaten als Preisträger des Jahres 2018.

Die Umweltschutzorganisation «Plant-for-the-Planet» wurde mit dem Jugendpreis und damit mit der Hälfe des Preisgeldes von 100 000 Euro für den Kampf gegen den Klimawandel ausgezeichnet. Felix Finkbeiner nahm die Auszeichnung entgegen. Er hatte als neunjähriger Schüler 2007 die Idee, Bäume gegen den Klimawandel zu pflanzen, um den von Menschen verursachten CO2-Ausstoß auf null zurückzufahren. Zusammen mit seinem Vater gründete Finkbeiner eine Stiftung, um bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Bewusstsein für Klimawandel und globale Gerechtigkeit zu schaffen.

«Sie haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Sie wollen eine Billion Bäume pflanzen. Das sind 1000 Milliarden, eine Zahl mit 12 Nullen», sagte Laudatorin Sarna Röser. Die Bundesvorsitzende des Verbandes «Die jungen Unternehmer» lobte die Initiative für die Idee, Klimaschutz gemeinsam und global zu betreiben. «Weder Emissionen noch die Erderwärmung halten sich an Grenzen. Dem Klima ist es völlig egal, ob das CO2 in Deutschland oder China ausgestoßen wird. Darum müssen wir über unseren nationalen Tellerrand hinausschauen», sagte Röser.

Der Preis 2020 ist wegen der Corona-Pandemie mit einem Jahr Verspätung vergeben worden. Der Preis des Westfälischen Friedens erinnert an das Ende des Dreißigjährigen Krieges, der 1648 in Münster und Osnabrück beschlossen wurde. Ort des Festaktes war in diesem Jahr nicht wie üblich der Friedenssaal im Historischen Rathaus, sondern wegen der Hygieneauflagen in der Corona-Pandemie das LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz.

Die bisherigen Preisträger sind neben anderen Helmut Schmidt, Kofi Annan, Jordaniens König Abdullah II., Václav Havel, Helmut Kohl und die Besatzung der internationalen Weltraumstation (ISS).

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