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Prozess: Mutter gesteht Tötung ihres vierjährigen Sohnes

Bonn (dpa/lnw)

In einem Bonner Prozess um die Tötung eines vierjährigen Jungens hat die 42-jährige Mutter aus Euskirchen am Montag ein ausführliches Geständnis abgelegt. Der Staatsanwalt wirft der ausgebildeten Grundschullehrerin heimtückischen Mord vor. Bei der Tat soll sie sich im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit befunden haben.

Von dpa

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Die Angeklagte berichtete am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Bonn, am ersten Juniwochenende dieses Jahres habe sie für sich und ihr Kind keinen Ausweg mehr gesehen. Sämtliche Klinikaufenthalte und psychiatrischen Gespräche der letzten Monate hätten ihr nicht helfen können. Nachdem sich ihr Mann - der Vater des Kindes - zwei Jahre zuvor getrennt hatte, litt sie laut eigenen Angaben an anhaltenden schweren Depressionen. Ihre Arbeit als Lehrerin konnte sie nicht mehr ausüben.

Schließlich sei ihr ein Suizid als einzige Lösung erschienen, ihr Kind wollte sie dabei nicht zurücklassen. Nachdem andere Versuche nicht funktioniert hätten, habe die 42-Jährige das Kind am Samstagabend erdrosselt - und sich danach selbst lebensgefährliche Verletzungen zugefügt. Eine Nachbarin fand Mutter und Sohn leblos auf dem Fußboden. Die Angeklagte selbst konnte gerettet werden. Seit der Tötung ihres Kindes ist sie vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

«Es ist das Allerschlimmste, was ich getan habe. Es tut mir schrecklich leid», sagte sie am Ende ihres Geständnisses. «Egal, was passiert, die schlimmste Strafe habe ich schon bekommen.»

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