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Rhein als «nasser Limes»: Neue Schau zur Römerzeit

Xanten (dpa)

7500 Kilometer lang war die Außengrenze des Römischen Reiches zur Zeit Kaiser Hadrians (117-138 n. Chr.) - meist sorgsam befestigt mit Wachtürmen, Kastellen und Holzpalisaden. Anders sah das Bild am Niederrhein beim heutigen Xanten aus: Dort bildete der breite Fluss selbst die Grenzbefestigung - ein «nasser Limes».

Von dpa

Besucher besichtigen das Amphitheater im Archäologischen Park in Xanten. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Mit den vermeintlich barbarischen Germanen auf der anderen Flussseite pflegten die Römer durchaus Kontakt und beschäftigten sie sogar als Wachposten, erzählt Christoph Eger, Kurator einer neuen Ausstellung im Römer-Museum Xanten über den «Limes am Niederrhein», die an diesem Donnerstag (30.9.) eröffnet wird.

Die Ausstellung berichtet mit etwa 400 Exponaten, Filmen und interaktiven Informationsangeboten vom Alltagsleben und den Wohnverhältnissen der Legionäre und der einheimischen Bevölkerung - einschließlich des digital nachgestellten Schreckens der Schlacht von Krefeld-Gellep («Gelduba») 69 nach Christus, bei der Tausende Aufständische ein römisches Heer vor allem mit Reiterangriffen an den Rand der Niederlage brachten. In Vitrinen sind Knochen der massenhaft getöteten Pferde zu sehen.

Der Rhein war nicht nur natürliche Grenzfestigung, sondern schon zur römischen Zeit eine wichtige und viel befahrene Handelsstraße. Die Ausstellung zeigt Nachbauten zweier antiker Rheinschiffe aus der Werkstatt des Xantener Museums - eines Patrouillenbootes mit 22 Rudern und eines Fracht- und Truppentransportschiffes. Die Originale wurden in den 1980er Jahren in Mainz geborgen. Das Museum baut weitere Schiffe nach antiken Vorbildern und will sie in einigen Jahren lebensecht auf einem nahe gelegenen See ausstellen.

Anlass für die Ausstellung war die Aufnahme des niedergermanischen Limes - von der Nähe von Remagen bis zur heutigen niederländischen Grenze - in die Liste der UNESCO-Welterbestätten im Juli dieses Jahres. Die Xantener Schau ist dabei Teil einer landesweiten archäologischen Ausstellung in fünf NRW-Museen - neben Xanten zusätzlich in Detmold, Bonn, Haltern am See und Köln.

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