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Rumäniens Präsident bekommt am Samstag den Karlspreis

Aachen (dpa/lnw)

Bei der Verleihung des diesjährigen Karlspreises ist coronabedingt vieles etwas anders als sonst: Der Termin im Herbst statt im Frühling, die Zeremonie vor kleinerem Publikum. Und der Preisträger steht bereits seit Ende 2019 fest.

Von dpa

Klaus Werner Iohannis, Präsident von Rumänien. Foto: Mary Altaffer/Pool AP/dpa/Archivbild

Die Corona-Pandemie hat auch den Terminplan der Verleihung des Aachener Karlspreises kräftig durchgeschüttelt. An diesem Samstag wird Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis als herausragender Streiter für europäische Werte mit dem renommierten Preis geehrt. Dass Iohannis den Preis erhält, steht aber schon seit Dezember 2019 fest. Die Verleihung musste wegen Corona zwei Mal verschoben werden. Sonst findet sie an Christi Himmelfahrt statt.

Am Samstag gibt es im prachtvollen Krönungssaal des Aachener Rathauses eine abgespeckte Zeremonie. Der Festredner hat keine weite Anreise: Es ist EU-Ratspräsident Charles Michel aus Brüssel. Rumäniens Staatspräsident wird als Brückenbauer zwischen Ost und West geehrt. «In einer Zeit, in der die Rechtsstaatlichkeit auch in Teilen Europas, nicht zuletzt in Teilen Mittelost- und Südosteuropas immer stärker unter Druck gerät, macht das Beispiel, das Klaus Iohannis gibt, Hoffnung», erklärte die Stadt wenige Tage vor der Verleihung.

Der Internationalen Karlspreis zu Aachen ist seit 1950 mehr als 50 Male vergeben worden. Er würdigt besondere Verdienste um die europäische Einigung und ist nach Karl dem Großen (747/748-814) benannt, der Aachen zum Zentrum seines fränkischen Imperiums machte. Unter den Preisträgern sind viele europäische Staatsleute wie der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer, Frankreichs Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch US-Präsident Bill Clinton, UN-Generalsekretär António Guterres, zwei Päpste und Königin Beatrix der Niederlande wurden ausgezeichnet.

Die Reihen im Aachener Rathaus werden am Samstag merklich ausgedünnt sein. Denn statt der sonst rund 840 Gäste dürfen sich diesmal nur etwa 350 Menschen in dem Saal aufhalten, Feuerwehrleute und Musiker inbegriffen. Auch das Bad in der Menge, mit dem Aachen sonst die Karlspreisträger feiert, fällt aus. Nach der Verleihung werden Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Jürgen Linden, der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, den Preisträger auf der Rathausempore empfangen. Das gotische Rathaus mit den hoch aufragenden Türmen bietet die imposante Kulisse dafür.

Für das nächste Jahr hofft das Karlspreisdirektorium, wieder zum gewohnten Ablauf zurückzukehren. Eine Klausur im Dezember sei geplant, sagte der Vorsitzende Linden.

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