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70 Lifte in Betrieb, 140 Kilometer Loipen gespurt

Schnee- und Skispaß im Sauerland trotz Corona

Winterberg

Spaziergänge, Langlauf, Rodeln, Skifahren – auch in Corona-Zeiten ist das unter sicheren Bedingungen im verschneiten Sauer- und Siegerland derzeit sehr gut möglich.

Von Ulli Brünger (dpa)

Zahlreiche Skifahrer stehen in Winterberg am Lift – etwas Geduld gehört dazu. „Schön, dass die Gäste wieder kommen“, freuen sich Liftbetreiber, Restaurantinhaber und Skiverleiher. Foto: Markus Klümper/dpa

Die NRW-Wintersportregionen setzen nach dem Totalausfall der Vorsaison auf 2G, Masken und Hygiene-Konzepte.

Der Barchef im Schneewittchenhaus hat alle Hände voll zu tun. Der Betrieb läuft gerade auf Hochtouren. Es ist Mittagszeit im Skigebiet in Winterberg. Kellnerinnen und Kontrolleure flitzen in der Skihütte umher. In der Küche brodelt es. Vor dem Restaurant hat sich eine Schlange gebildet, die bis auf die Terrasse herausreicht. Dort warten Menschen in Winterjacken und Skistiefeln, die hungrig und durstig und auch ein wenig durchgefroren sind.

Letztes Ferienwochenende war für die Wintersport-Regionen ein Segen

Das vergangene Wochenende war für die Wintersport-Arena Sauerland/Siegen-Wittgenstein sowie die Skiregion Willingen (Hessen) ein Segen. Liftbetreiber atmen auf, Hüttenwirte strahlen, Restaurant- und Cafébesitzer zeigen sich nach dem Komplettausfall der Winter-Saison 2020/2021 wieder zufriedener.

„Vom Umsatz her war es das beste Wochenende seit langem, weil auch das Wetter mitgespielt hat und es das letzte Ferien-Wochenende war“, sagt Barchef Sven vom Schneewittchenhaus. Der 44-Jährige hofft, dass es jetzt möglichst so weitergeht. Für dieses Wochenende rechnet eine Sprecherin der Wintersport-Arena erneut mit sehr guten Bedingungen vor allem auf den beschneiten Pisten, über 70 Liften in Betrieb und 140 Kilometern gespurten Loipen.

Das Tragen von Masken ist in Innenräumen, in Liftschlangen und sogar in den Sesselliften Pflicht. Foto: Markus Klümper

Dabei ist wegen der Corona-Beschränkungen im Skigebiet weiter keine Vollauslastung möglich. „Die Ferien sind vorbei, deshalb kommen jetzt unter der Woche ungefähr 60 Prozent weniger Gäste. Aber wir versuchen, ihnen die größtmögliche Sicherheit und den bestmöglichen Service zu bieten“, betont der Hüttenwirt. Schließlich sei der vorige Winter wegen des Lockdowns „im Skigebiet fast ein Komplett-Ausfall“ und „für die Restaurants und Hütten ein Totalverlust“ gewesen.

2G, Masken und Hygiene-Konzepte

Für alle, die sich im Skigebiet nicht vergnügen, sondern dort arbeiten, ist dies in Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung. Im Skiliftkarussell Winterberg mit 26 Liften und fast 30 Pistenkilometern gilt die 2G-Regel. Nur wer geimpft oder genesen ist, darf liften, sich Ski oder Rodelausrüstung leihen und in die Hütten.

Den Kontrollen zu entgehen, ist schier unmöglich. Schon beim Kauf der Liftkarten, der fast überall nur online möglich ist, beziehungsweise dem Einlösen eines Vouchers werden die Corona-Zertifikate und Ausweise überprüft. Ist man als Wanderer oder Spaziergänger unterwegs, wird der Status spätestens in Restaurant gescannt. Als Belohnung erhält man ein farbiges Plastikarmband, so dass der Impf- oder Genesenen-Status nur einmal am Tag nachgewiesen werden muss. Sogar Ordnungsamt-Mitarbeiter fahren auf zwei Brettern Patrouille.

Jens Brühl vom Skiverleih registriert einen gewissen „Unmut“, eine Corona-Müdigkeit – viele Gäste kämen zudem völlig unvorbereitet: „Dann sind die Personalausweise nicht da, die Impfnachweise sind nicht da, die Testnachweise sind nicht da. Die Leute sind angenervt.“

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