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Schulministerium: Krieg in Ukraine behutsam thematisieren

Düsseldorf (dpa/lnw)

Schulen sollten den Krieg in der Ukraine behutsam thematisieren, um Kindern und Jugendlichen «sozialen und psychischen Halt» zu bieten. Dazu hat das nordrhein-westfälische Schulministerium am Montag allen Schulleitungen in NRW geraten. Der russische Einmarsch führe in großen Teilen der Schulgemeinde zu Unsicherheiten und Ängsten und werfe für alle Beteiligten schwer zu beantwortende Fragen auf, hieß es in einer Rundmail aus Düsseldorf.

Von dpa

Ein Kind meldet sich. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Das Kriegsgeschehen und dessen Folgen altersangemessen im Unterricht zu behandeln, sei eine große Herausforderung für Lehrkräfte. Erschwerend komme noch hinzu, dass auch irreführende Nachrichten und Posts in sozialen Medien und Netzwerken kursierten.

Bei Betrachtung der kriegerischen Auseinandersetzungen könne es auch zu kontroversen Bewertungen kommen, wie das Schulministerium hervorhob. Klar sei: «Unsere Schülerinnen und Schüler erziehen wir im Geiste unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Demokratie und Völkerrecht sind unverhandelbare Grundwerte.» Zu den Aufgaben gehöre es nun, die Schülerschaft zu stützen und zu informieren, ein offenes, angstfreies Miteinander zu gewährleisten und möglichen Einschüchterungen oder Schuldzuweisungen keinen Platz zu lassen.

Das Ministerium wies auf zahlreiche informative und ratgebende Angebote hin: Darunter sind etwa Materialien für den Unterricht in den Fächern Politik und Gesellschaftswissenschaften. Oder auch Tipps für Lehrkräfte und Eltern aus schulpsychologischer Sicht.

Eltern sollten demnach mit ihren jüngeren Kindern spezielle Kindernachrichten anschauen. Denn vor allem für Kinder im Grundschulalter seien die allgemeinen Nachrichten schwer verständlich. Darstellungen von Gewalt und Krieg könnten sie stark belasten, ihr inneres Gleichgewicht und Grundvertrauen beeinträchtigen. Eltern sollten eigene Sorgen nicht verbergen, aber immer sachlich und ohne Mutmaßungen erklären. Ratsam sei es auch, positive Aspekte - wie die große internationale Hilfe für die Menschen in der Ukraine - herauszustellen.

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