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2. Bundesliga

«Sensationell»: Aufsteiger Kaiserslautern mischt oben mit

Kaiserslautern (dpa/lrs)

Der 2:1-Sieg in Düsseldorf schließt ein rundes Halbjahr bei Aufsteiger Kaiserslautern ab. In die lange WM-Pause kann Chefcoach Schuster ganz entspannt gehen. Das Ziel bleiben 40 Punkte.

Florian Reis, dpa

Düsseldorfs Marcel Sobottka (r) und Dominik Schad von Kaiserslautern kämpfen um den Ball. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Es war das Spiegelbild eines emotionalen, aber erfolgreichen Fußballjahres. Nach dem verwandelten Elfmeter von Philipp Klement und dem damit verbundenen 2:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf kannte die Euphorie bei Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern kaum Grenzen. «Was alle Beteiligten in diesem Jahr geleistet haben, das war wahnsinnig. Es war zwar auch ein hartes Jahr, aber bei uns gehen alle an die Grenzen. Nicht nur die Spieler auf dem Platz, sondern auch alle drumherum. Für diese Leute freut es mich umso mehr», sagte Geschäftsführer Thomas Hengen.

Die Pfälzer sind auf Kurs. Mit 29 Punkten wahrt das Team von Trainer Dirk Schuster sogar Kontakt zu den Aufstiegsrängen. In Auswärtsspielen ist Kaiserslautern zudem in dieser Halbserie ungeschlagen. Hengen warnte trotz der scheinbar komfortablen Lage: «Wir müssen nach wie vor aufpassen, dass wir auf dem Boden bleiben. Wir haben immer gesagt, dass das Ziel die 40 Punkte sind. Die haben wir noch nicht und wir sind lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie schnell so etwas kippen kann.» Man wolle «schnellstmöglich» die Vier bei den Punkten davor haben, verdeutlichte der 48-Jährige.

Hengen hatte im Mai mit der Entscheidung überrascht, sich kurz vor den Relegationsspielen gegen Dynamo Dresden von Marco Antwerpen als Trainer zu trennen und Schuster als Nachfolger zu holen. Schuster schaffte den Aufstieg und führte den FCK nun in die obere Tabellenregion der 2. Bundesliga. Der Rückstand auf den 1. FC Heidenheim auf Platz drei beträgt nur vier Punkte.

Kapitän Jean Zimmer blickte auf ein auch für ihn persönlich intensives Fußballjahr zurück, an dessen Beginn er seiner Mannschaft nicht helfen konnte, weil er aufgrund einer Darmerkrankung im Krankenhaus lag. Erst in der Relegation kehrte Zimmer in die Startelf zurück. «Ich glaube, das war bisher mein intensivtes Jahr. Es war sehr ereignisreich. Wir müssen das jetzt alles verarbeiten und es richtig einordnen», betonte der 28-Jährige.

Man dürfe nicht vergessen, dass der Verein noch vor 18 Monaten kurz vor dem Abstieg in die Regionalliga gestanden habe. «Ich glaube, dass wir eine Mannschaft sind, die nie aufsteckt. Wir lagen in sehr vielen Spielen zurück und haben dann aber trotzdem noch etwas mitgenommen. Das ist für einen Aufsteiger außergewöhnlich», sagte Zimmer. «Wenn wir vor der Saison gesagt hätten, dass wir mit 29 Punkten in die Winterpause gehen und die Fans noch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff feiern, hätte das jeder unterschrieben. Es ist sensationell.»

Für Zimmer und seine Mannschaftskollegen geht es nun erst einmal in den Urlaub, bevor es dann Mitte Dezember mit dem Training weitergeht. Bei Geschäftsführer Hengen ist Erholung dagegen zunächst kein Thema. Er habe noch ein paar Themen auf der Geschäftsstelle, die er abarbeiten müsse. Danach stehe dann die Wintertransferphase an. «Die ist dieses Mal sehr lang und es kann viel passieren. Es gibt in unserem Kader den einen oder anderen Spieler, der kaum Spielzeit bekommen hat. Da werden wir uns sicher mal zusammensetzen und schauen, was Sinn macht», sagte Hengen.

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