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Landgericht

Sieben Jahre Haft für Messerattacke auf Schwager

Mönchengladbach (dpa/lnw)

Ein 42-Jähriger, der seinen Schwager vor dem Haus der Schwiegereltern niedergestochen und lebensgefährlich verletzt hat, ist wegen versuchten Totschlags verurteilt worden. Das Landgericht Mönchengladbach verurteilte ihn am Donnerstag zu sieben Jahren Haft. Der 42-jährige Niederländer afghanischer Herkunft muss seinem Schwager außerdem 7500 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Von dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Der 42-Jährige wollte am Tag vor Heiligabend seine auf Anordnung des Jugendamts bei den Schwiegereltern untergebrachte elfjährige Tochter besuchen. Ihre Mutter hatte sich von dem 42-Jährigen getrennt und war nach Afghanistan zurückgekehrt.

Er habe seiner Tochter ein Mobiltelefon geben wollen, «damit sie mir Whatsapp-Nachrichten schreiben kann», sagte der 42-Jährige. Als ihn sein Schwager vor dem Haus rüde abwies und sich abwendete, um die Polizei zu rufen, stach der Vater des Mädchens nach Überzeugung des Gerichts mehrfach mit einem Messer auf den 34-Jährigen ein und verletzte ihn lebensgefährlich. «Eine Tat aufgrund verletzter Ehre», sagte der Vorsitzende Richter. «Der Angeklagte hat in klarer Tötungsabsicht auf den Kopf des Opfers eingestochen.»

Das hatte der Kindsvater bestritten und behauptet, das Messer nur zum Selbstschutz dabei gehabt zu haben. Zeugen zufolge hatte der 42-Jährige bei der Tat allerdings gerufen: «Ich bringe Dich um, ich töte Dich.»

Der Schwager verdankt sein Leben wohl der Betreuerin des Mädchens. Ihr war es gelungen, dem Angreifer das Messer zu entreißen. Die 21 Jahre alte Mitarbeiterin der Lebenshilfe wurde dabei leicht verletzt. Sie habe den Kindsvater beruhigen wollen, hatte die Frau ausgesagt, doch der habe nur erwidert, die Familie habe sein Leben ruiniert. Dann habe er zugestochen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt hatte wegen versuchten Mordes neun Jahre Haft gefordert. Doch nach Ansicht der Strafkammer lag kein Mordmerkmal vor.

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