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Ukraine-Krieg

Stamp will nationalen Flüchtlingsgipfel

Bonn (dpa/lnw)

Nordrhein-Westfalens Integrations- und Flüchtlingsminister Joachim Stamp hat einen nationalen Gipfel zu den ukrainischen Kriegsflüchtlingen gefordert. «Auch wenn wir derzeit die Versorgung ermöglichen können, stellt uns die Situation vor große Herausforderungen», sagte der FDP-Politiker am Montag beim Besuch einer Flüchtlingseinrichtung in Bonn. «Wir brauchen daher dringend eine internationale Verteilung der Geflüchteten und einen nationalen Gipfel, um viele Fragen zu klären, die Länder und Kommunen nicht allein beantworten können, wie etwa Registrierung und Wohnsitzregelungen.»

Von dpa

Joachim Stamp (FDP), Flüchtlingsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marius Becker/dpa

Stamp sagte, er habe im Gespräch mit den Geflüchteten große Dankbarkeit erlebt und den Wunsch, so schnell wie möglich in die Heimat zurückzukehren. «Mir war aber wichtig, ihnen zu versichern, dass sie auch bei längerer Kriegsdauer in unserem Land sicher und willkommen sind.» Man habe einige Einrichtungen speziell für Ukrainerinnen und Ukrainer angelegt, weil es um viele junge Mütter mit Kindern gehe, die einen besonderen Schutzraum bräuchten.

«Ich bin den Kommunen zutiefst dankbar, dass sie in den letzten Wochen über 80 000 Menschen aufgenommen haben», sagte Stamp. Es seien noch mehr, wenn man diejenigen mitzähle, die ausschließlich privat unterkämen. Das Land baue selbst weitere Einrichtungen aus und habe derzeit etwa 9000 Menschen in den Landeseinrichtungen.

Die Bundespolizei habe deutschlandweit 286 000 aus der Ukraine Vertriebene festgestellt. Auch diese Zahl werde in der Realität deutlich höher sein, sagte der Minister. «Klar ist: Mit den insgesamt mehr als 89 000 Personen hat Nordrhein-Westfalen mehr Menschen aufgenommen als nach Königsteiner Schlüssel verlangt wird.»

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