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Bildung

Start ins neue Schuljahr: Mit Corona und Personalmangel

Düsseldorf (dpa/lnw)

Am Mittwoch beginnt in Nordrhein-Westfalen wieder der Unterricht. Auch im Schuljahr 2022/23 sorgen Pandemie, Personalnot und problematische Ausstattung wieder für große Herausforderungen.

Von dpa

Schulranzen stehen bei der Einschulung einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einer Bank. Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

Für rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen beginnt am Mittwoch wieder der Unterricht nach den Sommerferien. Bei 171.000 Kindern, die neu ins Schulleben starten, kann die Einschulung auch auf den Donnerstag fallen. Das Schuljahr 2022/23 ist das vierte unter Pandemiebedingungen. Viele am Schulleben Beteiligte wiesen aber darauf hin, dass neben dem Infektionsschutz noch viele andere große Herausforderungen zu bewältigen seien.

Schulministerin Dorothee Feller hatte vor rund zwei Wochen mit Blick auf die Corona-Bekämpfung betont, im beginnenden Schuljahr solle es keine Schließungen geben. Bei den Schutzmaßnahmen setzt die CDU-Politikerin vor allem auf Eigenverantwortung. So empfiehlt sie freiwilliges Maske-Tragen im Klassenraum. Eltern sollen Corona-Schnelltests erhalten, damit ihre Kinder sich zu Hause - anlassbezogen und freiwillig - testen können. Am ersten Schultag besteht auch in der Schule eine Selbsttest-Möglichkeit.

Mehrere Verbände sowie die Lehrergewerkschaften VBE und GEW forderten eindringlich mehr Personal. «Die wichtigste Aufgabe ist und bleibt die Bekämpfung des Personalmangels in den Schulen», betonte VBE-Landeschef Stefan Behlau. «Denn nur mit ausreichend Personal können die Schulen stehen, sonst fallen sie um.»

Der Blick müsse auch auf andere zentrale Aufgaben gelenkt werden, mahnte die Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung, Antonietta Zeoli. Dazu gehörten Schulsanierungen, mehr multiprofessionelle Teams, die Besetzung offener Schulleitungsstellen und mehr Anstrengungen für Bildungsgerechtigkeit.

Besonders im Grundschulbereich sei der Lehrermangel gravierend, hier müsse deutlich mehr getan werden, forderte der Lehrerverband NRW. Als weitere Baustellen nannte der Verbandsvorsitzende Andreas Bartsch Anstrengungen bei der Digitalisierung - Ausstattung und Fortbildung - sowie eine Entlastung der Lehrkräfte durch Schulverwaltungsassistenten.

Auch für die Gymnasien hieß es: «Wichtig ist, dass die digitale Infrastruktur vor allem in der Fläche so ausgebaut wird, dass überall vergleichbare Bedingungen bei der digitalen Ausstattung vorliegen.» Sollte durch die Pandemie die Ausnahmesituation eintreten, dass doch kein Präsenzunterricht möglich sei und erneut Distanzunterricht notwendig werde, müssten die Voraussetzungen für alle Schulen vergleichbar sein, betonte die Vorsitzende des Philologenverbands, Sabine Mistler.

Die Familien bewegen neben Corona auch die Gaskrise und die Inflation, wie Anke Staar von der Landeselternkonferenz NRW berichtete. Sie hoffe, dass Fellers Zusage gelte, dass an den Schulen in der Heizperiode nicht beim Gas gespart werde. Den Kommunen sollten mehr verbindliche Verpflichtungen auferlegt werden, um die Schulen baulich fitter zu machen und auch die räumliche Ausstattung des Schüler-«Arbeitsplatzes» zu verbessern.

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