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Tag der Offenen Moschee wird 25 Jahre alt: Probleme bleiben

Köln/Münster (dpa)

Der Tag der Offenen Moschee wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Am kommenden Sonntag - parallel zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober - laden wieder rund tausend Moscheegemeinden bundesweit ein. Aus der Initiative des Zentralrats der Muslime von 1997 sei eine Institution geworden, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts von Vorurteilen und Misstrauen gegenüber dem Islam in größeren Teilen der Bevölkerung sowie hunderten Angriffen auf Muslime und Moscheen jährlich sprach er zugleich von Rückschritten.

Von dpa

Besucher der Şehitlik-Moschee in Berlin hören sich am Tag der offenen Moschee einen Vortrag an. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild

Nicht viele Politiker seien bereit, sich gegen Islamfeindlichkeit öffentlich einzusetzen, bedauerte Mazyek. Von einer neuen Bundesregierung hoffe er, dass «nicht nur Sonntagsreden zum Zusammenhalt kommen, sondern auch echtes Engagement für die Umsetzung von Gleichstellung und Gleichbehandlung des Islam in Deutschland.» Zum Tag der Offenen Moschee ergänzte Mazyek: «Selbstkritisch kann man auch sagen, dass wir Islamverbände strukturell noch mehr daraus hätten machen können. Etwa eine breitere Einbeziehung der Zivilgesellschaft oder auch interreligiöse Veranstaltungen.»

Seit 2007 wird der Tag vom Koordinationsrat der Muslime (KRM) als Zusammenschluss von inzwischen sechs Islamverbänden organisiert. Darunter sind auch der ZMD und die Türkisch Islamische Union Ditib als bundesweit größte Islam-Dachorganisation. Das Motto lautet diesmal «Moscheen gestern und heute». Rund 5,5 Millionen Muslime leben in Deutschland. Auch die Christlich-Islamische Gesellschaft betonte, der Tag der Offenen Moschee habe sich etabliert und sei als niedrigschwelliges Angebot ein «Ankerpunkt» geworden.

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