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Temperaturen bis zu 40 Grad: Kurze Hitzewelle trifft NRW

Düsseldorf (dpa/lnw)

Die Hitzeperiode in NRW wird kurz, aber heftig: Zwei Tage lang müssen Menschen und Natur mit Temperaturen bis zu 40 Grad klarkommen. Das sollten gerade Alte und Kranke nicht auf die leichte Schulter nehmen, mahnt der Gesundheitsminister.

Von dpa

Ein Wasserball und Handtücher liegen in einem Schwimmbad am Beckenrand. Foto: Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Die einen freuen sich auf tolle Sommerferien-Tage im Freibad - die anderen ächzen unter der Hitze. In Nordrhein-Westfalen wächst bei erwarteten Temperaturen bis zu 40 Grad die Sorge um die Gesundheit alter und kranker Menschen. Auch die Natur leidet: Für weite Teile des Rheinlands hat der Deutsche Wetterdienst die höchste Gefahrenstufe für Waldbrände ausgerufen. Den vorläufigen Hitze-Höhepunkt erwartet der Deutsche Wetterdienst am Dienstag. Ab Mittwoch ist es mit der kurzen, aber heftigen Hitze-Episode aber auch schon wieder vorbei.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist wegen der hohen Temperaturen in Sorge um die Gesundheit der Menschen. «Für die einen bedeutet das tolle Tage draußen im Park, im Garten oder am Wasser. Aber gerade für ältere Menschen, Vorerkrankte oder Kinder kann die starke Wärme gefährlich werden», sagte Laumann am Sonntag. Sein Rat ganz praktisch: «Trinken Sie ausreichend, meiden Sie wenn möglich körperliche Anstrengungen und bleiben Sie bestenfalls im Schatten.»

Auch für die Wälder werden Hitze und Trockenheit zum Problem. Der Deutsche Wetterdienst hat den Waldbrandgefahrenindex für weite Teile des Rheinlands am Dienstag auf die höchste Stufe 5 gesetzt. Dort besteht demnach eine «sehr hohe» Gefahr für Waldbrände. Für die übrigen Regionen in NRW gilt die Stufe 4, also eine «hohe» Gefahr.

Innenminister Herbert Reul (CDU) appelliert an die Bevölkerung, Waldbrände zu verhindern - und gegebenenfalls auch aktiv zu bekämpfen. «Wer ein entstehendes Feuer erkennt, sollte versuchen, es zu löschen - ohne sich selbst zu gefährden.» Das mindeste sei, umgehend die Feuerwehr zu rufen. «Wegsehen und Nicht-Handeln sind - im wahrsten Sinne des Wortes - brandgefährlich», sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur. Jeder könne auch mithelfen, Brände zu verhindern. «Man sollte keine leicht entzündlichen Gegenstände in der Sonne liegen lassen, Zigarettenstummel stets nur in dafür vorgesehenen Behältern entsorgen, Grillen nur mit sicherem Abstand zur nächsten Waldfläche.»

Auf einem Feld in Marl bei Recklinghausen ging bereits am Sonntag Stroh auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern in Flammen auf. Sie schlugen teils meterhoch. Einige Landwirte aus der Nachbarschaft eilten zur Hilfe und unterstützen die Einsatzkräfte, indem sie das Stroh beiseitezogen. Die Brandursache war zunächst unklar.

Bei Bonn brannte in der Nacht zum Sonntag eine Böschung an einer Bahnstrecke. Fernzüge mussten umgeleitet oder zurückgehalten werden, in Regionalverkehr fielen einige Züge aus. Möglicherweise spielte die Trockenheit bei der Entstehung der Brände eine Rolle.

Um die Trinkwasserversorgung müsse sich aber niemand sorgen machen, betonten die NRW-Wasserwirtschaftsverbände. Die Füllstände der Talsperren seien auch im Fall eines sehr heißen Sommers ausreichend, sagte Geschäftsführerin Jennifer Schäfer-Sack. Dringend auf Regen angewiesen ist dagegen die Landwirtschaft. Für das Wachstum von Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln seien jetzt Niederschläge wichtig, sagte der Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, Hans-Heinrich Berghorn. Im Rheinland hätten einige Bauern sogar damit begonnen, ihre Maisfelder zu beregnen, berichtete die dortige Verbandssprecherin Simone Kühnreich.

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