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Verkehr

Tempo 30 in Städten? - Regelung vor allem in Wohngebieten

Düsseldorf/Berlin (dpa/lnw)

Wenn es nach Umweltschützern geht, sollte in Städten durchgängig Tempo 30 gelten. Viele NRW-Kommunen haben die Regelung in Wohngebieten schon längst umgesetzt. Für langsameren Verkehr auf Hauptstraßen aber braucht es komplizierte Einzelfallprüfungen.

Von dpa

Ein Tempo 30-Schild steht an einer Straße. Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Verkehr fließt aus Sicht von Umweltschützern immer noch viel zu schnell durch Städte. «Wir fordern Tempo 30 obligatorisch für alle Stadtgebiete», sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Viele Städte in Nordrhein-Westfalen setzen vor allem in Wohngebieten und anderen Nebenstraßen schon längst auf Tempo-30-Zonen. Eine Ausweisung an Hauptstraßen ist dagegen kompliziert - was auf Kritik der DUH stößt.

Ein Sprecher der Stadt Düsseldorf teilte mit, in der Stadt gelte Tempo 30 flächendeckend in Wohnstraßen. Für strecken- oder straßenbezogene Beschränkungen etwa vor sensiblen Einrichtungen oder aus Lärmschutzgründen braucht es aber eine Einzelfallprüfung. «Eine weitere - teilweise aus Sicht der Stadtverwaltung notwendige - Ausweisung von Tempo 30 darüber hinaus wird derzeit noch durch die restriktive Regelung der Straßenverkehrsordnung gehemmt», teilte der Düsseldorfer Sprecher mit.

Resch von der DUH sagte, bundesweit einheitliche Regeln würden eine bessere Orientierung für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeuten. Wegen der Straßenverkehrsordnung hätten die Städte nur sehr wenige Möglichkeiten, Tempo 30 einzuführen. Für Hauptstraßen müssten strenge Kriterien erfüllt sein. «Der meiste und gefährlichste Verkehr fährt aber nicht durch die Nebenstraße», sagte er.

In Dortmund und Siegen etwa gilt nach Angaben der Städte bereits auf etwa der Hälfte der Straßen Tempo 30. Eine Sprecherin der Stadt Siegen teilte mit, für das kommende Jahr seien weitere Strecken geplant, eine Ausweitung von Tempo-30-Zonen sei aber nur im Rahmen von Neubaugebieten vorgesehen: «Im Bestand sind alle möglichen Tempo 30-Zonen weitestgehend umgesetzt.» Genauso äußerte sich eine Sprecherin der Stadt Köln. In Münster werden Tempo-30-Zonen in Wohngebieten einer Stadtsprecherin zufolge positiv bewertet. Sie dienten der Verkehrssicherheit. Besonders Radfahrer und Fußgänger würden geschützt.

Die DUH verspricht sich von einer flächendeckenden Tempo-30-Regelung weniger Schadstoffe in der Luft, eine geringere Lärmbelastung und mehr Verkehrssicherheit.

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