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Testzentren in NRW bieten wieder kostenlose Corona-Tests an

Düsseldorf (dpa/lnw)

Einen Monat lang sind die kostenlosen Corona-Schnelltests weitgehend abgeschafft gewesen. Jetzt gibt es sie wieder. Viele Testzentren in Nordrhein-Westfalen reagieren schnell und montieren die Preisschilder wieder ab.

Von dpa

Ein Abstrich für das Testverfahren auf das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Um die vierte Corona-Welle einzudämmen, können sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen vielerorts wieder kostenlos auf das Virus testen lassen. Zahlreiche Testzentren haben Verordnungen von Bund und Land innerhalb weniger Stunden umgesetzt und schon am Samstag wieder kostenlose Bürgertests angeboten. Mit ihnen sollen Ansteckungen frühzeitig erkannt und die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

In einer kurzfristig veröffentlichten Test-Verordnung des NRW-Gesundheitsministeriums heißt es, dass sich jeder Bürger «mindestens einmal pro Woche» kostenlos in einem Testzentrum auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus untersuchen lassen kann. Das Angebot gilt unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist. In den vergangenen Wochen mussten Menschen bezahlen, wenn sie sich in einem der Testzentren auf das Coronavirus untersuchen lassen wollten.

Ein negatives Testergebnis muss man als Nicht-Geimpfte oder Nicht-Genesener überall dort vorweisen, wo die 3G-Regel gilt - also zum Beispiel in Restaurants oder beim Friseur. Das Testergebnis darf dann höchstens 24 Stunden alt sein. Teilweise gelten noch schärfere Regeln - etwa auf zahlreichen Weihnachtsmärkten, im Karneval und in Diskotheken.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die deutschlandweite Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Tests erst am Freitag bekanntgegeben. Betreiber von Testzentren beklagten, dass ihnen am Samstag noch keine Garantie für die Kostenübernahme vorgelegen habe. «Ohne Bestätigung arbeite ich heute auf eigenes Risiko», sagte der Kölner Testzentrum-Betreiber Norbert Hasbach dem «Express».

Die Zahl der neuen Corona-Fälle stieg in Nordrhein-Westfalen auch am Wochenende weiter an - blieb aber deutlich hinter der bundesweiten Entwicklung zurück. Das Robert Koch-Institut meldete am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 162,6. Am Tag zuvor lag dieser Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen bei 159,8, vor einer Woche bei 123,2. Bundesweit stieg die Inzidenz am Sonntag auf 289,0.

Die höchste Inzidenz wurde für den Kreis Gütersloh mit 261,5 gemeldet, gefolgt von Minden-Lübbecke (245,6) und dem Oberbergischen Kreis (233,3). Die niedrigste Inzidenz wies das RKI für den Kreis Coesfeld aus, dort wurden 69,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angegeben. Dahinter folgte die Stadt Duisburg mit 96,4.

Die beiden nordrhein-westfälischen Karnevalshochburgen, in denen am 11.11. viele Menschen zum Feiern zusammengekommen waren, lagen weit über dem Durchschnitt: Köln hatte laut RKI eine Inzidenz von 220,2, Düsseldorf von 212,9. Auf den 11.11. sind diese Werte aber noch nicht zurückzuführen. Nach dem bundesweiten Karnevalsauftakt am Donnerstag hatten vor allem Bilder und Videos aus Köln von eng gedrängten Menschenmassen zu kritischen Kommentaren geführt. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte: «Das werden wir in ein bis zwei Wochen bitter bezahlen.»

Ein kleiner Karnevalsverein zog Konsequenzen aus der vierten Corona-Welle: Das Festkomitee in Bad Honnef bei Bonn hat seine für diesen Samstag geplante Sessionseröffnung kurzfristig abgesagt. «Wir sind alle Herzblut-Karnevalisten - aber die Corona-Zahlen explodieren ohne Ende. Und die Vernunft hat einfach gesagt: Das macht keinen Sinn», sagte der 1. Vorsitzende, Stefan Jungheim. Eigentlich war am Samstagabend eine große Feier zur Sessionseröffnung im Kurhaus von Bad Honnef geplant - mit Auftritten des Bad Honnefer Karnevals-Corps und bis zu 400 Menschen im Saal.

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