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Tod eines Babys: Vater rückt überraschend von Aussage ab

Düsseldorf (dpa/lnw)

Im Prozess um die Tötung eines Babys in Düsseldorf ist der angeklagte Vater überraschend von seiner bisherigen Aussage abgerückt. Nicht er, sondern seine Partnerin habe sich zur Tatzeit um das Kind gekümmert, sagte er am Dienstag vor dem Landgericht aus. Er bot an, die Wahrheit seiner neuen Aussage mit einem Lügendetektortest überprüfen zu lassen.

Von dpa

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht am Straßenrand. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Bei der Polizei hatte der 29-Jährige behauptet, er habe den Säugling damals gefüttert, ins Bett gelegt und 20 Minuten später nicht mehr atmend mit der Decke im Mund gefunden. Die Anklage wirft ihm vor, am 25. Mai seine kleine Tochter massiv geschüttelt und so bei dem Kind lebensgefährliche Hirnblutungen verursacht zu haben, an denen es zwei Tage später starb.

Die Mutter des kleinen Mädchens sollte am Dienstag als Zeugin gehört werden, verweigerte aber die Aussage. Der Vorsitzende Richter Rainer Drees sagte, es komme auch eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht.

Die damaligen Wiederbelebungsversuche legten nahe, dass der Tod des Kindes nicht gewollt gewesen sei. Der Vater ist wegen Totschlags angeklagt. Der Prozess wird am 30. November fortgesetzt.

Die Eltern hatten einen Krankenwagen gerufen, der den lebensgefährlich verletzten Säugling und die 24-jährige Mutter in die Universitätsklinik Düsseldorf brachte. Die dortigen Mediziner hatten wegen der schweren Verletzungen die Polizei alarmiert.

Die Familie mit fünf Kindern war dem Jugendamt bereits bekannt. Gegen den Vater wurde zu dem Zeitpunkt bereits ermittelt, weil er 2019 eines seiner Kinder misshandelt haben soll. Die vier anderen Kinder des Paares sind laut Jugendamt inzwischen in Pflegefamilien untergebracht.

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