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Ausbildung

Trainer gesucht: Hunderte Beamte werden Drohnenpiloten

Düsseldorf (dpa/lnw)

Sie surren über Tatorten oder bei SEK-Einsätzen: Drohnen gehören inzwischen zum festen Repertoire der Polizei. Und sie sollen immer häufiger eingesetzt werden. Dafür braucht es geschultes Personal.

Von dpa

Die NRW-Polizei will Hunderte weitere Beamte zu Drohnenpiloten ausbilden lassen. Im Januar sollen dafür nach Angaben des Landesamts für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) zwei weitere Stellen für hauptamtliche Trainer ausgeschrieben werden.

«Drohnen spielen als modernes Einsatzmittel in allen Bereichen der Polizeiarbeit künftig eine wichtigere Rolle. Schon heute erweitern sie die Möglichkeiten an vielen Stellen», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der dpa. Gerade, wenn es um das Verfolgen von Tätern, das Aufklären von Straftaten, die Aufnahme von Verkehrsunfällen oder die Suche nach Vermissten gehe, könnten Drohnen sehr hilfreich sein. «Das Fliegen damit will jedoch gelernt sein, denn der Qualitätsanspruch an die Fernpiloten etwa bei der Tatortvermessung, bei der Bereitschaftspolizei oder den Verkehrsunfallaufnahme-Teams ist hoch», so Reul.

Bislang gibt es laut LAFP bereits 200 sogenannte Fernpiloten für Drohnen: «Insgesamt will die Polizei NRW mehrere Hundert Fernpilotinnen und Fernpiloten ausbilden. Diese werden im weiteren Verlauf ergänzende Spezialisierungslehrgänge entsprechend ihres Aufgabengebietes absolvieren.» So gibt es bisher Drohnenpiloten bei Hundertschaften, Tatortuntersuchungsteams, Verkehrsunfallexperten und Spezialeinsatzkommandos (SEK). Ein Team besteht immer aus dem Piloten und einem «Luftraumbeobachter».

Die Ausbildung besteht laut LAFP aus einem theoretischen und einem praktischen Teil (fünf Tage). Geschult werden die Beamten in einer «Geisterstadt» auf dem ehemaligen Nato-Gelände in Mönchengladbach - wo es Plätze und leerstehende Häuser gibt. Für besondere Einsätze kann dort auch in Gebäuden geübt werden. Inklusive der neuen Stellen soll es neun Ausbilder geben.

Drohnen gehören inzwischen zum Standardrepertoire der Behörden: «Ihr Einsatz hat der Polizei NRW ganz neue Perspektiven eröffnet», so eine Sprecherin des LAFP: «Aufklärungsflüge bei großangelegten Bombenentschärfungen, Spurensicherungen an Tatorten oder bei schweren Verkehrsunfällen sind nur einige Beispiele, bei denen der Drohneneinsatz sehr hilfreich sein kann und viel Zeit spart.»

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