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Verband: Fischlift am Baldeneysee wird von Tieren angenommen

Essen (dpa/lnw)

Rund 15 Monate nach dem Start eines Aufzugs für Fische am Essener Baldeneysee hat der Ruhrverband eine positive Zwischenbilanz gezogen. «Wir wissen jetzt, dass die Anlage gut läuft», sagte Projektleiter Markus Kühlmann (54) der Deutschen Presse-Agentur. Während der Laichwanderungen im Frühjahr und im Spätherbst hätten am Tag teilweise mehrere tausend Fische wie etwa Rotaugen oder Barsche den sogenannten Fischlift passiert. «Wir gehen davon aus, dass alle Arten, die hier vorkommen, die Anlage nutzen können», sagte der Fischereimeister und Sachverständige für Fischerei und Gewässerökologie.

Von dpa

Durch die Luke am Fuße des Fischlifts können die Fische in die Röhre schwimmen. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Mit Hilfe des Liftsystems können die Fische an einem Stauwehr neun Meter Höhenunterschied überwinden. Es war nötig geworden, um den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nachzukommen. Sie fordert, Fließgewässer für Fische und andere Lebewesen wieder durchgängig zu machen. Eine Fischtreppe wie sonst an vielen Wehren in der Ruhr kam am Baldeneysee unter anderem aus Platzgründen nicht in Frage. Rund 6,8 Millionen Euro kostete die Anlage; Testbetrieb und Einstellung hatten Anfang Juli 2020 begonnen. Damit sich die Fische jederzeit flussauf- und -abwärts bewegen können, gibt es in dem System zwei geräumige «Kabinen», die gegenläufig arbeiten.

Um weitere Erkenntnisse über die Fischwanderungen zu bekommen, ist vom kommenden Frühjahr an für 18 Monate ein genaues Monitoring geplant. Dazu sollen unter anderem rund 1000 Fische einen Transponder eingepflanzt bekommen. Mit Hilfe besonderer Antennen am Fischlift und an anderen Stellen in der Ruhr können dann die Bewegungen der Tiere genauer verfolgt werden. «Durch den Einsatz dieser Technologie können die Wanderbewegungen der Fische im Liftsystem exakt nachvollzogen und bewertet werden», erklärte Kühlmann.

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