1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. 1200 Jahre Kosmos Corvey

  6. >

Hochkarätige Tagung stimmt auf die Feierlichkeiten zum Jubiläum ein

1200 Jahre Kosmos Corvey

Höxter

Die Historische Kommission für Westfalen und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens veranstalten von Mittwoch, 18., bis Freitag, 20. Mai, auf Einladung der Stadt Höxter die Fachtagung „1200 Jahre Kosmos Corvey. Monastische Kultur und europäische Verflechtung. Kirche, Stadt, Konvent und Klosterlandschaft“. Die Tagung bildet den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum Jubiläum Corveys in diesem und dem nächsten Jahr.

Die Fassade des karolingischen Westwerks ist das Gesicht der Welterbestätte Corvey. Foto: Michael Koch

Nicht erst seit der Verleihung des UNESCO-Weltkulturerbe-Status 2014 steht Corvey im Mittelpunkt der Interessen vieler. Seit mehr als hundert Jahren steht insbesondere das Kloster im Fokus der Archäologie, der Bauforschung und Denkmalpflege und der Geschichtswissenschaft.

Es gibt noch viel Neues zu sagen

Gibt es nach den jahrzehntelangen Bemühungen der beiden Fachämter beim LWL und der Historischen Kommission für Westfalen, nach der großen Ausstellung in Corvey 1966 und der damals stattgefundenen Tagung, nach dem Symposium und dem Kolloquium 2010 in Corvey und Paderborn in Begleitung des Welterbe-Antrags überhaupt noch viel Neues zu sagen? „Ja, eine ganze Menge“, betonen die Veranstalter der hochkarätigen Tagung.

So hat beispielsweise die LWL-Archäologie Ergebnisse erneuter Prospektionen auf dem Stadtareal von Corvey zu bieten. Die Bauforschung untersucht nicht nur weiter das Westwerk und stellt neue Erkenntnisse vor, sondern geht den Raum- und Sichtbeziehungen im unmittelbaren Umfeld von Corvey nach. Und Corvey hat nicht nur die umgebende Klosterlandschaft entscheidend geprägt und wurde umgekehrt von der Umgebung geprägt, sondern ist über die christliche Mission und die Verbreitung seiner Patrozinien und seiner Handschriften in europäische Kontexte eingebunden. Neben den Fernbeziehungen gab es Nahbeziehungen, etwa die zum Bistum Paderborn, die durch Auseinandersetzungen um die Unabhängigkeit des Klosters bestimmt waren. Das Kloster war auch ein Wirtschaftsbetrieb, der organisiert werden musste. Die Mönche brauchten Einkünfte, um leben und wirken zu können. Zu allen diesen Aspekten geben die Referentinnen und Referenten interessante Einblicke in ihre Forschungen.

Abgerundet wird der Blick auf Corvey durch seine aktuelle Situation als Weltkulturerbe. Die UNESCO erwartet von den Verantwortlichen, das Erbe für die Öffentlichkeit sichtbar und erfahrbar zu machen. Ebenfalls vorgestellt werden die Planungen zu einem Archäologiepark, die Glaswand im Westwerk und die digitale Zusammenführung der in alle Welt verstreuten Handschriften und Bücher.

Die Tagung beginnt am Mittwoch, 18. Mai, im Historischen Rathaus in Höxter, wechselt am Donnerstag, 19. Mai, in das Refektorium von Schloss Corvey und endet am Freitag, 20. Mai, im Historischen Rathaus. Am Mittwoch steht außerdem eine historische Stadtführung in Höxter auf dem Programm und am Donnerstag werden in Corvey Führungen in Kirche und Westwerk angeboten.

Anmeldungen bis zum 9. Mai möglich

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei, jedoch wird um Anmeldung bis zum 9. Mai 2022 unter hiko@lwl.org gebeten.

Zusätzlich findet am Mittwochabend um 19 Uhr im Historischen Rathaus ein öffentlicher Abendvortrag statt, der sich an ein breiteres Publikum wendet und ebenfalls kostenfrei ist. Dr. Fred Kaspar referiert zum Thema „Wovon lebten die Mönche? Corvey als ökonomischer Großbetrieb der Neuzeit“.

Grundsätzlich ist die Tagung in Präsenz geplant, entsprechend den dann aktuell geltenden Corona-Regeln. Das vollständige Programm der Tagung ist auf der Internetseite der Historischen Kommission für Westfalen verfügbar: www.historische-kommission.lwl.org.

Startseite
ANZEIGE