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Kundgebung der Parents for Future mobilisiert 250 Personen – 80 Gegner der Corona-Maßnahmen in Salzkotten unterwegs

1500 Teilnehmer bei Demonstration in Paderborn

Paderborn

Erst waren es 500, später 1500: Erneut ist am Montagabend in Paderborn die bei der Polizei angemeldete Zahl der Teilnehmer des so genannten „Spaziergangs“ gegen die Corona-Maßnahmen deutlich überschritten worden. Die Polizei reagierte mit Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen auf Verstöße gegen die Maskenpflicht. In einem Fall wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

Von Jörn Hannemann, Dietmar Kemper und Marion Neesen

Etwa 1500 Teilnehmer haben am Montag in Paderborn gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Damit waren es 1000 Teilnehmer weniger als in der Woche zuvor. Foto: Jörn Hannemann

Erstmals gab es zeitgleich auch eine Kundgebung, die als „Für-Demo“ angemeldet worden war. Organisatoren waren die Akteure von „Parents for Future“, die sich gegen die Argumente der Gegner der Corona-Maßnahmen stellten. Am historischen Rathaus kamen 250 Personen laut Polizei  zusammen. Der Veranstalter sprach sogar von 350 Teilnehmern.  Eine direkte Konfrontation zwischen den beiden Lagern gab es nicht. Gegner und Befürworter der Corona-Maßnahmen standen jedoch am Westerntor sich gegenüber. Es blieb aber friedlich.

Szenen-Wechsel: Noch vor dem Beginn des Anti-Corona-Spaziergangs auf dem Paderborner Maspernplatz wurden die Teilnehmer auf die Maskenpflicht hingewiesen. Zu dem Zeitpunkt hatten sich rund 500 Personen auf dem Platz versammelt. Per Lautsprecherdurchsagen wurden die Teilnehmer darauf hingewiesen, dass sie auch ohne Maske sich durch die Innenstadt bewegen könnten, wenn sie lediglich einen „Schaufensterbummel“ machen wollten. Diesen Personen wurde im Beisein der Polizei per Lautsprecher empfohlen, die Handys auszuschalten, damit ihre Bewegungsdaten nicht aufgezeichnet werden könnten. Angeblich habe es der Staatsschutz auf sie abgesehen, hieß es.

Im Laufe des Abends wurde die Teilnehmerzahl immer größer. Beim Spaziergang auf dem Ring schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl auf 1500 – das waren 1000 weniger als Montag zuvor.

Nach ersten Angaben hätten sich nur wenige Teilnehmer an die Maskenpflicht gehalten. Nach rund zwei Stunden teilte die Polizei mit, dass sie in sechs Fällen Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten aufgenommen habe. In einem Fall wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Ein Teilnehmer soll einen „Judenstern“ mit der Aufschrift „Ungeimpft“ getragen haben.

Auch in Paderborns Nachbarkommune Salzkotten formierten sich die Kritiker der Corona-Politik: Dort kamen gut 80 "Spaziergänger" zusammen, um ihren Protest am Montagabend kund zu tun.

Auch in Salzkotten hat es am Montagabend einen Corona-Spaziergang der Kritiker gegeben. Foto: Marion Neesen
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