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Illegale Straßenrennen: Sondereinsatz der Kreispolizeibehörde in Paderborn – Stein von Brücke auf Einsatzfahrzeug geworfen

266 Verstöße festgestellt

Paderborn

Die Kreispolizeibehörde ist am Freitagabend in Paderborn wieder gegen illegale Fahrzeugrennen vorgegangen. Bei den Kontrollen an verschiedenen Stellen in der Stadt stellten die Einsatzkräfte dabei 242 Geschwindigkeitsverstöße fest und ahndeten 24 weitere Verkehrsverstöße. Gegen einen Steinewerfer auf ein Polizeifahrzeug wird ermittelt.

Die Polizei ist am Freitagabend wieder gegen illegale Fahrzeugrennen vorgegangen und hat im Stadtgebiet wie hier am Pohlweg Kontrollen durchgeführt. Foto: Polizei Paderborn

Die Polizei kontrollierte mit einem Messfahrzeug und mit Lasergeräten die Geschwindigkeit an verschiedenen Stellen, unter anderem am Berliner und Herbert-Schwiete-Ring, sowie auf der Neuhäuser- und Friedrichstraße. Darüber hinaus kam auf bekannten Anfahrtswegen Videomesstechnik zum Einsatz.

Ein Messfahrzeug der Polizei Paderborn war auf einem parallel zur B 1 verlaufenden Radweg in Fahrtrichtung Paderborn eingesetzt. Von der Brücke der Kleestraße aus wurde ein ca. 25 mal 20 Zentimeter und etwa zehn Kilo schwerer Stein aus einer Brüstungshöhe von 6,30 Meter auf das Messfahrzeug geworfen. Die Einsatzkräfte blieben unverletzt, das Fahrzeug wurde durch den zweifach auf das Dach aufschlagenden Stein deutlich beschädigt. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen dauern an.

Auf einem Parkplatz der Universität Paderborn am Pohlweg sammelten sich gegen 21.30 Uhr laut Polizei circa 40 Fahrzeuge. Aufgrund von Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung wurden Personen- und Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Die Polizei stellte auch an weiteren szenerelevanten Anlaufstellen im Stadtgebiet Paderborn Ansammlungen von Fahrzeugen und Personen fest und kontrollierte entsprechend. Insgesamt wurden im Verlauf des Abends 109 Platzverweise ausgesprochen.

Zwei Fahrer wurden wegen Trunkenheit am Steuer aus dem Verkehr gezogen, ein weiterer Fahrzeugführer stand unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

Während des gesamten Einsatzes kontrollierten die Einsatzkräfte bei rund 1880 Fahrzeugen die Geschwindigkeit. Speziell aus- und fortgebildete Beamte kontrollierten mit zwei Kfz-Sachverständigen den Angaben zufolge 50 Pkw auf technische Mängel und unzulässig Veränderungen. Bei 17 Fahrzeugen wurden demnach technische Mängel festgestellt, bei 21 Fahrzeugen war aufgrund von Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen, acht von ihnen wurden zur Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellt.

Zu laut, zu tief: Ein sichergestelltes Fahrzeug wird abgeschleppt. Foto: Polizei

Unterstützt wurde die Polizei am Freitagabend durch die Stadt Paderborn. Dazu wurde Absperrmaterial bereitgestellt, der Radarwagen eingesetzt und die B.O.S.S.-Wache kontrollierte mit einem Team Treffpunkte der Szene.

Der Leitende Polizeidirektor Ulrich Ettler, Leiter der Abteilung Polizei, erklärt: „Gemäß unserer Schwerpunktausrichtung gehen wir in Paderborn gegen illegale Kraftfahrzeugrennen mit aller gebotenen Härte vor. Wir dulden diese nicht und ahnden Verkehrs-Straftaten und Ordnungswidrigkeiten konsequent.“

Polizeirat Jan Gellusch, Leiter der Direktion Verkehr Polizei Paderborn, ergänzt: „Wir werden derartige Schwerpunkteinsätze auch zukünftig regelmäßig und in aller Konsequenz durchführen. Mein oberstes Anliegen in diesem Zusammenhang ist die Verhinderung schwerer Raserunfälle und der Schutz aller Unbeteiligten. Bürgerinnen und Bürger müssen vor diesem Phänomen geschützt werden und sollen sich angstfrei auf den Straßen in und um Paderborn bewegen können. Dabei stehen eindeutig nicht diejenigen im Fokus der Polizei, die rechtskonform und verantwortungsbewusst ihrem Hobby nachgehen, sondern es sind die so genannten „Raser und Poser“, die sich aus niederen Motiven gleichgültig über die gelten Regeln hinwegsetzen sowie die „Dater“, die diesem Treiben eine Bühne bieten, derer wir uns auch weiterhin nachhaltig annehmen.

Kfz-Sachverständige haben bei dem Sondereinsatz der Kreispolizeibehörde am Freitag auch Schallmessungen an Fahrzeugen durchgeführt. Foto: Polizei

In Paderborn sind verbotene Kraftfahrzeug- und Beschleunigungsrennen durch gestiegene Fallzahlen, insbesondere im Stadtgebiet, vermehrt in den Fokus gerückt. „Die mit der Pandemie einhergehenden Einschränkungen bezüglich alternativer Freizeitangebote wirken sich begünstigend auf Zusammenkünfte der Szene aus“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Die Szene sei nicht homogen, sondern könne sich neben Rasern auch aus Tunern und Posern zusammensetzen. Die deutlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung, beispielsweise durch Lärmbelästigungen, zeige sich durch zahlreiche Beschwerden, insbesondere von Anwohnern der Detmolder Straße.

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