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Borchener Robin Wulfes initiiert „The Growing Book Project“ – gedrucktes Exemplar ist bis 22. August gegen eine Spende erhältlich

40 Autoren schreiben eine Kurzgeschichte

Borchen/Finnland

40 Autoren aus 15 Ländern schreiben gemeinsam eine Kurzgeschichte – und das während Corona: Was wie eine verrückte Idee klingt, haben der Nordborchener Robin Wulfes und die Bad Godesbergerin Antonia Thamm initiiert und umgesetzt.

Von Sonja Möller

Antonia Thamm und Robin Wulfes sind begeistert, wie schnell „One House. Many Stories.“ zum Selbstläufer wurde. Foto: Wulfes

Und das ist noch nicht alles: Die Kurzgeschichte „The Growing Book Project“ ist mittlerweile 114 Seiten stark und soll jetzt auch gedruckt und als E-Book erscheinen. Bis einschließlich Sonntag, 22. August, kann ein Exemplar gegen eine Spende erworben werden.

Die Idee kam den beiden Freunden beim Skypen. „Toni studiert in Finnland und ich war in Deutschland. Anfang April haben wir darüber gescherzt, wie cool es doch wäre, gemeinsam eine Kurzgeschichte zu schreiben. Eine Geschichte, bei der jeder von uns jeden Tag eine Seite schreibt und immer nur den letzten Satz des anderen erhält, bevor er weiterschreibt“, beschreibt Robin Wulfes. Entstanden ist die Geschichte „Gemeinsam. Getrennt.“, die auf der Internetseite zu lesen ist.

„Wir wollten Menschen wieder miteinander verbinden“

Und dann stellten sich beide die Frage: Wieso sollte das nicht auch mit mehreren Autoren funktionieren? „Wir waren gerade mitten im ersten Corona-Lockdown, als wir während eines Telefonats herumgesponnen haben und auf diese verrückte Idee kamen“, erzählt Antonia Thamm: „Damals, als die Länder ihre Grenzen schlossen, das Reisen eingeschränkt wurde und Regierungen sich hauptsächlich um nationale Angelegenheiten kümmerten, wollten wir Menschen wieder miteinander verbinden und mit ihnen gemeinsam etwas über nationale Grenzen hinweg erschaffen.“ Die Idee einer international geschriebenen Kurzgeschichte über das Leben, über das, was einen antreibt, und über Freundschaft und Familie war geboren. „Die Grenze sollte dabei nur die eigene Vorstellungskraft eines jeden Autors sein“, sagt Wulfes.

Eins kam zum anderen und eine Woche nach besagtem Telefonat waren Freunde gefunden, die als erste Autoren teilnehmen wollten. Eine Webseite zur Registrierung von weiteren Autoren und zur Veröffentlichung der Buchseiten wurde programmiert und das ganze Projekt ins Rollen gebracht, erzählt der Informatiker, der mittlerweile als IT-Projektmanager in Münster arbeitet.

Zwei Tage, um eine Buchseite zu schreiben

Und so funktionierte es: Jeder, der teilnehmen wollte, konnte einen Zeitraum von zwei Tagen auswählen, in denen er eine weitere Seite für das Buch schreiben konnte. Ein Jahr und unzählige schreiberisch kreative Stunden später war es dann so weit: Die Geschichte kam zu ihrem Ende und enthält nun 114 Seiten, die 40 Autoren aus 15 Ländern geschrieben haben: „Wir waren begeistert zu sehen, mit welcher Motivation, Freude und Kreativität jeder Autor auf seine Weise eine einzigartige Buchseite geschrieben hat“, berichtet Robin Wulfes.

Die beiden Initiatoren wollen als Abschluss eine weitere soziale Aktion im Kontext des Buchprojektes anstoßen: „Wir werden das Buch auch physisch drucken und es gegen eine Spende zum Erwerb anbieten. Das Geld kommt vollständig der Schule Frei Alberto im Nordosten Brasiliens zu Gute“, betont Robin Wulfes.

Die Schule ist die Partnerschule des Theodorianums, Robin Wulfes ehemaliger Schule in Paderborn. „Wir haben über die Franziskaner-Mission aus Dortmund einen direkten Kontakt herstellen können, so dass sichergestellt ist, dass der volle Betrag in São Luís zu 100 Prozent ankommt“, betont der 25-Jährige. Die Druckkosten stemmen Antonia Thamm und er aus eigener Tasche. Wer eines der limitierten Bücher „One House. Many Stories.“ haben möchte oder die Spendenaktion einfach so unterstützen möchte, findet alle Informationen auf der Internetseite. Vorbestellungen sind noch bis einschließlich Sonntag, 22. August, möglich.

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