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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Donnerstag, 12. August: 325 Infizierte

56 vollständig Geimpfte positiv getestet

Paderborn

Die Zahl der Geimpften im Kreis Paderborn steigt langsam, aber sie steigt: Mittlerweile sind 177.612 Einwohnerinnen und Einwohner vollständig geimpft (Stand: 12. August). Das entspricht 57,7 Prozent. 196.064 Menschen (63,7 Prozent) haben ihre erste Impfung erhalten.  

 

Symbolbild. Foto: dpa

Mit dem Voranschreiten der Impfkampagne häufen sich die Berichte über so genannte Impfdurchbrüche, also Fälle, in denen Menschen trotz vollständiger Impfung Covid-19-Symptome entwickeln und positiv auf das Coronavirus getestet werden. Überraschend sei das nicht, teilt der Kreis mit. Kein Impfstoff, auch  nicht die Grippeschutzimpfung, schütze zu 100 Prozent  vor einer Ansteckung.

Kreis: Kein Impfstoff schützt zu 100 Prozent

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts bieten die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von etwa 95 Prozent, der Vektor-basierte Impfstoff von Astrazeneca einen Schutz von bis zu 80 Prozent nach zweimalige Impfung und der von Johnson & Johnson nach der empfohlenen Einmaldosis eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent in allen Altersgruppen. Im Kreis Paderborn sind bislang 56 Impdurchbrüche verzeichnet worden: Setzt man diese ins Verhältnis zu den insgesamt 177.612 vollständig Geimpften, entspricht das einem Anteil von 0,03 Prozent. Der Jüngste war 19, der Älteste 95 Jahre alt. 

31 Neuinfektionen – 325 Infizierte

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Paderborn hat nur einen Tag unter dem Schwellenwert von 35 gelegen: Am Mittwoch auf 33,1 gesunken, wiesen das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen einen Wert von 39,6 aus (Datenstand: 0 Uhr), was 122 Fällen entspricht.

Am Mittwoch hatte die Inzidenz erstmals seit sechs Tagen unter 35 gelegen. Wäre der Wert acht Tage in Folge höher gewesen, hätte das Land NRW für Samstag, 14. August, die Inzidenzstufe 2 festgestellt.  Stattdessen wird nun wieder von neuem bis acht gezählt und  so drohen dem Kreis  frühestens ab Samstag, 21. August, die mit  der Heraufsetzung in Stufe 2 verbundenen Maßnahmen.  Vor einer Woche betrug die Inzidenz  40,3, vor einem Monat 7,5.

Beim LZG sind am Mittwoch 52 Corona-Fälle neu in die Statistik eingeflossen. So viele wie seit drei Monaten nicht mehr. 33 davon datiert die Landeseinrichtung in Bochum auf den Mittwoch selbst.  Der Kreis hat am Donnerstag 31  Corona-Neuinfektionen und keine weiteren Genesenen gegenüber Mittwoch bekannt gegeben (Stand: jeweils 11 Uhr). Damit sind derzeit 325 Menschen offiziell mit dem Coronavirus infiziert. 15 Erkrankte werden im Krankenhaus behandelt, fünf von ihnen intensivmedizinisch.

Die Corona-Zahlen im Kreis Paderborn am 12. August. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenzwerte im Kreis Paderborn und Schwellenwerte in NRW

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Die offiziellen Werte sind ausschlaggebend, wenn es um die Reduzierung und Verschärfung von Schutzmaßnahmen geht. Maßgeblich sind (auch für die NRW-Coronaschutzverordnung) die Inzidenzwerte, die das RKI in einer Tabellendatei auf dieser Website veröffentlicht: https://www.rki.de/inzidenzen. Hier folgen die jüngsten acht Werte für den Kreis Paderborn: 39,6 33,1 – 35,4 44,5 44,5 (Sonntag) – 38,7 – 43,2 – 40,3.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Coronaschutzverordnung Ende Juli bis zum 19. August verlängert (aktuelle Fassung als PDF). Es gibt weiterhin vier Inzidenzstufen: Stufe 0 (Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 10), Stufe 1 (10 bis 35), Stufe 2 (35 bis 50) und Stufe 3 (über 50). Eine Zuordnung zur Stufe 3 erfolgt derzeit nicht (siehe unten). Die Zuordnung zu einer höheren Inzidenzstufe geschieht, wenn der jeweilige Grenzwert an acht aufeinanderfolgenden Kalendertagen überschritten wird – mit Wirkung für den übernächsten Tag. In die andere Richtung sind fünf Tage erforderlich. Der Kreis Paderborn befindet sich seit dem 29. Juli in der Stufe 1. Diese Regeln gelten: https://www.mags.nrw/coronavirus-regeln-nrw.

Das NRW-Gesundheitsministerium veröffentlicht für die Kreise und kreisfreien Städte die dort jeweils geltenden Inzidenzstufen und veränderte Einstufungen sowie deren Wirksamkeitsdatum und die für das Land geltende Inzidenzstufe täglich aktuell unter www.mags.nrw. Die dort gemachten Angaben sind rechtsverbindlich.

Inzidenzwert: Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Donnerstag, 12. August, bei 41,4 (Vortag: 37,0) und in Deutschland bei 27,6 (25,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 45,5 (44,1) – Hochsauerlandkreis 33,9 (30,0) – Höxter 25,7 (21,4) – Lippe 42,6 (36,5) – Soest 23,5 (20,9).

Inzidenzwert: Kommunen im Kreis Paderborn

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Donnerstag, 12. August, 11 Uhr):

Altenbeken 11,0 (Vortag: 11,0) – Bad Lippspringe 73,9 (55,4) – Bad Wünnenberg 24,7 (41,1)  – Borchen 22,4 (22,4) – Büren 32,5 (18,6) – Delbrück 62,5 (65,6) – Hövelhof 36,9 (43,0) – Lichtenau 18,9 (18,9) – Paderborn 46,2 (46,8) – Salzkotten 32,1 (28,0).

Auf dem Dashboard gibt der Kreis unter dem Reiter „Copyright“ Erläuterungen zur Sieben-Tages-Inzidenz (siehe dazu auch unten „Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug“).

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis Paderborn bis einschließlich Mittwoch, 11. August, folgende Impfungen gegeben:

– in den Arztpraxen: 88.983 (Dienstag: 88.784) Erstimpfungen, 70.600 (69.475) Folgeimpfungen, 77.374 (76.247) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 74.247 (73.971) Erstimpfungen, 70.340 (69.456) Folgeimpfungen, 71.814 (70.915) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– mobile Teams: 12.351 (12.351) Erstimpfungen, 10.765 (10.765) Folgeimpfungen, 11.127 (11.127) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

Seit dem 23. Juli 2021 gehen neu gezählte Impfungen durch mobile Teams in die Zahlen der durchgeführten Impfungen in Impfzentren mit ein.

Zudem impfen noch Krankenhäuser und Betriebsärzte.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Dashboard des Kreises Paderborn zu Corona-Impfungen

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Überblick der aktuellen Regelungen: www.mags.nrw/coronavirus-regeln-nrw. Aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung als PDF (gültig ab 30. Juli bis 19. August 2021;). Darin:

I. Allgemeiner Teil: § 1 Zielsetzung, Inzidenzstufen

(4) Im Hinblick auf das Infektionsgeschehen regelt diese Verordnung die erforderlichen Schutzmaßnahmen bezogen auf folgende Stufen:

1. die Inzidenzstufe 0, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von höchstens 10 vorliegt,

2. die Inzidenzstufe 1, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 10, aber höchstens 35 vorliegt,

3. die Inzidenzstufe 2, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 35, aber höchstens 50 vorliegt, und

4. die Inzidenzstufe 3, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 vorliegt.

Die Zuordnung zu einer höheren Inzidenzstufe erfolgt, wenn der jeweilige Grenzwert an acht aufeinanderfolgenden Kalendertagen überschritten wird, mit Wirkung für den übernächsten Tag. Nur wenn ein nicht lokal begrenzter und dynamischer Anstieg vorliegt, kann das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales diese Frist mit gesonderter Begründung auf bis zu drei Tage verkürzen. Die Zuordnung zu einer niedrigeren Inzidenzstufe erfolgt, wenn der jeweilige Grenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Kalendertagen unterschritten wird, mit Wirkung für den übernächsten Tag. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales veröffentlicht für die Kreise und kreisfreien Städte die dort jeweils geltenden Inzidenzstufen und veränderte Einstufungen sowie deren Wirksamkeitsdatum sowie die für das Land geltende Inzidenzstufe täglich aktuell unter www.mags.nrw. Beruht die Überschreitung einer Inzidenzstufe maßgeblich auf einem klar abgrenzbaren Infektionsgeschehen in einer Einrichtung oder einem Unternehmen und ist eine Ausbreitung nach Einschätzung der zuständigen Behörden aufgrund der wirksamen Kontaktnachverfolgung nicht zu erwarten, kann das Ministerium von der Ausweisung der höheren Inzidenzstufe absehen. Diese Entscheidung ist gesondert in der vorstehend genannten Veröffentlichung auszuweisen.

(5) Abweichend von Absatz 4 erfolgt aufgrund der geringen Zahl schwerer Krankheitsverläufe und Krankenhauseinweisungen vorläufig bis zum 19. August 2021 keine Zuordnung zur Inzidenzstufe 3. Im Fall von erheblichen lokalen Infektionsgeschehen prüfen die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte gemeinsam mit dem Ministerium die Erforderlichkeit von gesonderten Regelungen gemäß § 21 Absatz 2 Satz 2.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: „Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ... Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle: Kreis Paderborn (Reiter „Copyright“)

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