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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Dienstag: 20 neue Fälle – Inzidenz bei 34,1 und am fünften Tag unter 50

Ab Donnerstag wird‘s noch lockerer

Paderborn/Salzkot...

Nun ist es offiziell, denn das NRW-Gesundheitsministerium hat festgestellt: Der Kreis Paderborn befindet sich, nachdem der Inzidenzwert an fünf Werktagen in Folge unter 50 lag, in der Inzidenzstufe 2 des Landes. Somit gibt es ab Donnerstag, 3. Juni, weitere Lockerungen der pandemiebedingten Schutzmaßnahmen im Einzelhandel und in der Gastronomie, im Kultur- und im Sportbereich.

Die Paderborner Innenstadt am vergangenen Samstag: Ab Donnerstag gibt es weitere Lockerungen. Foto: Jörn Hannemann

Und auch die Stufe 1 erscheint in greifbarer Nähe für den Kreis Paderborn, wenn es optimal läuft. Sie wird nach fünf Werktagen unter 35 erreicht. Es müssen also noch der Mittwoch, Freitag und Samstag folgen. Die Lockerungen träten damit am Montag, 7. Juni, in Kraft.

Lesen Sie zu den Öffnungsschritten der verschiedenen Stufen auch unseren Überblick „Das gilt in NRW“.

Die Lockerungen der Stufe 2 beinhalten zum Beispiel: Für die Außengastronomie ist kein Test mehr erforderlich. Cafés und Restaurants dürfen auch innen für Geteste, Geimpfte und Genesene öffnen. Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und ähnliche Beherbergungsbetriebe dürfen Getesteten, Geimpften oder Genesenen jetzt auch die volle gastronomische Versorgung anbieten, also nicht nur Frühstück. Für den Besuch von Museen und ähnlichen kulturellen Einrichtungen braucht man keinen Termin mehr. „Ich freue mich sehr, dass die Infektionslage es erlaubt, so viel Alltag wieder zu ermöglichen. Ich danke allen, die durch ihr umsichtiges Verhalten dazu beigetragen haben“, sagte Landrat Christoph Rüther (CDU). „Bitte gehen Sie mit diesen zurückgewonnenen Freiheiten weiter verantwortungsvoll um!“

Corona-Regeln ab 3. Juni im Kreis Paderborn

Die Kreisverwaltung hat folgenden Überblick der Corona-Regeln für den Kreis Paderborn (Inzidenzstufe 2: 50-35) zusammengestellt, die ab Donnerstag, 3. Juni, gelten (hier geht‘s zur aktuellen Fassung der NRW-Coronaschutzverordnung; PDF):

Ausgangsbeschränkungen: Nein, gibt es nicht.

Kontaktbeschränkungen: Im öffentlichen Raum ist grundsätzlich zu allen anderen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Für Geimpfte und Genesene gelten keine Kontaktbeschränkungen. Die neue Einstufung ermöglicht Treffen im öffentlichen Raum für beliebig viele Angehörige aus drei Haushalten. Außerdem dürfen sich bis zu zehn Personen mit negativem Test aus beliebig vielen Haushalten treffen. Genesene und Geimpfte zählen nicht mit, dürfen also unbegrenzt an diesen Treffen teilnehmen.

Außerschulische Bildung: Präsenzunterricht ist für Getestete, Genesene oder Geimpfte ohne Mindestabstände möglich, wenn es feste Sitz- und Arbeitsplätze gibt. Drinnen kann Musikunterricht mit Gesang/Blasinstrumenten in Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmern stattfinden. Gestattet ist auch die Anfängerschwimmausbildung und Kleinkinderschwimmkurse für Gruppen von höchstens 20 in Hallenbädern, in Freibädern höchstens 30 Kindern.

Kinder- und Jugendarbeit: Drinnen sind Gruppenangebote mit bis zu 20 oder 30 bei Eltern-Kind-Angeboten, draußen mit bis zu 30 Kindern und Jugendlichen möglich, bzw. 45 bei Eltern-Kind-Angeboten, sofern diese negativ getestet, geimpft oder genesen sind. Kinder bis zum Schuleintritt sind von der Testpflicht ausgenommen. Bei Gruppenangeboten bis zu 20 Teilnehmenden muss drinnen keine Maske getragen werden. Auch Ferienangebote und Ferienreisen sind für Genesene, Geimpfte und Getestete möglich.

Kultur: Kulturelle Einrichtungen wie Museen, Galerien, Schlösse, Burgen, Gedenkstätten und Bibliotheken können ohne Termin und Test besucht werden. Auch Führungen von mit Gruppen von bis zu zehn Personen und einfacher Rückverfolgbarkeit sind wieder möglich. Konzerte im Innenbereich können mit bis zu 500 Gästen stattfinden. Theater, Opern und Kinos dürfen bei ihren Vorstellungen maximal 500 Gäste (negativ Getestete, Geimpfte oder Genesene) hineinlassen.

Sport/Freizeit: Außen ist Kontaktsport mit bis zu 25 Menschen möglich, innen mit bis zu zwölf. Kontaktfreier Sport ist auch drinnen (auch in Fitnessstudios, mit Ausnahme von hochintensivem Ausdauertraining) mit beliebig vielen Menschen für Getestete, Geimpfte oder Genesene möglich. Die einfache Rückverfolgbarkeit von Kontakten ist sicherzustellen. Bei Sportveranstaltungen sind bis zu 1000 Zuschauer möglich, höchstens aber ein Drittel der regulären Sitzplatzkapazität. Ein negativer Test ist nicht erforderlich. Die Nutzung von Gemeinschaftsräumen von Sportanlagen einschließlich Räumen zum Duschen und Umkleiden sind wieder möglich, unter Einhaltung des Mindestabstandes sowie der allgemeinen Hygieneanforderungen der Coronaschutzverordnung. Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen und ähnlichen Einrichtungen dürfen öffnen für Getestete, Geimpfte und Genesene. Die Zahl der Gäste ist begrenzt.

Einzelhandel: Auch in Geschäften des nicht täglichen Bedarfs kann weiter ohne Test und Termin eingekauft werden. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist ein Kunde erlaubt.

Gastronomie: Für den Besuch von Cafés und Restaurants im Außenbereich ist kein Test mehr erforderlich. Außerdem dürfen die Innenräume wieder für Getestete, Geimpfte oder Genesene geöffnet werden. Allerdings mit Sitzplatz- bzw. Stehplatzpflicht (z.B. an Theken). Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch Betriebskantinen und Mensen dürfen wieder öffnen. Betriebsangehörige brauchen keinen negativen Test.

Beherbergung/Tourismus: Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und ähnliche Beherbergungsbetriebe dürfen ohne Kapazitätsbegrenzung für Getestete, Geimpfte oder Genesene weiter öffnen und jetzt auch die volle gastronomische Versorgung anbieten, also nicht nur Frühstück.

Friseure und körpernahe Dienstleistungen wie zum Beispiel Nagelstudios, Kosmetik und Fußpflege: Ein negativer Test ist nur dann erforderlich, wenn die Kundin oder der Kunde nicht oder nicht dauerhaft eine Maske tragen kann.

Messen/Märkte: Jahr- und Spezialmärkte, auch mit Kirmeselementen wie Karussells, sind wieder erlaubt und dürfen für Getestete, Geimpfte und Genesenen öffnen. Die Anzahl der Besucher ist begrenzt.

Tagungen und Kongresse: Tagungen und Kongresse können drinnen und draußen mit bis zu 500 Getesteten, Geimpften oder Genesenen stattfinden.

Große Festveranstaltungen sind weiterhin nicht erlaubt.

20 neue Corona-Fälle am Dienstag

Die Paderborner Kreisverwaltung hat am Dienstag 20 Neuinfektionen bekannt gegeben (Stand 11 Uhr). Da eine weitere Person als genesen gilt, sind derzeit offiziell 470 Menschen im Kreis mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert (Vortag: 451). Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn 225, Delbrück 70, Hövelhof 36, Salzkotten 32, Büren 31, Bad Lippspringe 26, Bad Wünnenberg 24, Borchen 11, Altenbeken 9 und Lichtenau 6. Die Zahl der laborbestätigten Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt nun 10.365 und die der Erkrankten, die als genesen gelten, 9.738. Unverändert 157 Menschen sind in Zusammenhang mit einer Infektion gestorben

1. Juni 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenzwerte im Kreis Paderborn und Schwellenwerte im Bund und in NRW

Angesichts sinkender Corona-Zahlen hat das Land Nordrhein-Westfalen Öffnungen und Lockerungen in zahlreichen Bereichen erlaubt. Die seit dem 28. Mai geltende aktualisierte Corona-Schutzverordnung (PDF auf der Website des Landes) enthält drei Stufen von Inzidenzwerten, die unterschiedliche Öffnungsschritte für die Kommunen vorsehen: Stufe 1 bei einer Neuinfektionsrate unter 35 gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, Stufe 2 mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 bis 50 und Stufe 3 für die Inzidenz 50 bis 100.

Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) und das Robert-Koch-Institut wiesen – wie berichtet – am Dienstagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 34,1 aus (Datenstand 0 Uhr). Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Die offiziellen Werte sind ausschlaggebend, wenn es um die Reduzierung und Verschärfung von Schutzmaßnahmen geht. Maßgeblich sind laut Infektionsschutzgesetz des Bundes, das mit der so genannten Notbremse am 23. April in Kraft trat (§ 28b hier im Wortlaut), und laut der aktuellen NRW-Schutzverordnung die Inzidenzwerte, die das RKI in einer Tabellendatei auf dieser Website veröffentlicht: https://www.rki.de/inzidenzen. Hier folgen die vergangenen sieben Werte für den Kreis Paderborn: 34,1 – 32,5 – 32,5 (Sonntag) – 35,7 – 35,7 – 42,2 – 56,2 . Dabei handelt es sich jeweils um die tagesaktuell gemeldeten Werte, die nicht zu verwechseln sind mit denen nach Meldedatum beim LZG. Diese steigen durch Nachmeldungen rückwirkend. Sie sind hier auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“.

Wenn der Inzidenzwert von 100, 150 und 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, greift die „Bundesnotbremse“ in drei verschiedenen Stufen ab dem übernächsten Tag. Nach fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterhalb einer Inzidenz von 100 treten die Maßnahmen am übernächsten Tag wieder außer Kraft. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sieht abgestufte Öffnungen in Kommunen mit Inzidenzwerten unterhalb von 100, 50 und 35 vor. Dabei muss die Inzidenz diese Schwellenwerte auch an fünf Werktagen hintereinander unterschreiten.

Das NRW-Gesundheitsministerium veröffentlicht für die Kreise und kreisfreien Städte die dort jeweils geltenden Inzidenzstufen und veränderte Einstufungen sowie deren Wirksamkeitsdatum täglich aktuell unter www.mags.nrw.de/inzidenzstufe. Die Veröffentlichungen sind rechtsverbindlich und ersetzen die bisherige Allgemeinverfügung zur Lockerung oder Verschärfung von Maßnahmen des Ministeriums.

Lesen Sie auch unseren Überblick „Das gilt in NRW“.

Inzidenzwert: Kommunen im Kreis Paderborn

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Dienstag, 1. Juni, 11 Uhr):

Altenbeken 11 (Montag: 11) – Bad Lippspringe 37 (37) – Bad Wünnenberg 49,4 (49,4) – Borchen 37,3 (29,9) – Büren 18,6 (18,6) – Delbrück 34,4 (31,3) – Hövelhof 18,4 (18,4) – Lichtenau 28,4 (28,4) – Paderborn 37,6 (26,4) – Salzkotten 40,1 (36,1).

Auf dem Dashboard gibt der Kreis unter dem Reiter „Copyright“ Erläuterungen zur Sieben-Tages-Inzidenz (siehe dazu auch unten „Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug“).

Inzidenzwert: Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Dienstag, 1. Juni, bei 39,9 (Vortag: 40,2) und in Deutschland bei 35,2 (35,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 67,7 (67,1) – Hochsauerlandkreis 40 (40) – Höxter 34,2 (33,5) – Lippe 46 (41,7) – Soest 32,8 (29,8).

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis Paderborn bis einschließlich Montag, 1. Juni, folgende Impfungen gegeben:

– in den Arztpraxen: 55.188 Erstimpfungen (Sonntag: 54.358), 9978 (9722) Folgeimpfungen, 11.368 (10.850) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 58.374 (58.362) Erstimpfungen, 38.279 (37.042) Folgeimpfungen, 38.290 (37.048) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– mobile Teams: 11.885 (11.835) Erstimpfungen, 10.339 (10.307) Folgeimpfungen, 10.605 (10.561) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– in den Krankenhäusern: 17.409 Erstimpfungen, 6237 vollständig geimpft

Im Kreis Paderborn haben laut Kreis 142.856 Menschen eine Erstimpfung und 64.797 eine Folgeimpfung erhalten. Vollständig geimpft sind 66.500, was einem Anteil von 21,6 Prozent der Gesamtbevölkerung im Kreis entspricht.

Der Kreis Paderborn veröffentlicht seit dem 1. Juni sofort auf seinen Corona-Sonderseiten unter kreis-paderborn.de/corona die Zahl der Gesamtimpfungen, Erst- und Folgeimpfungen auf einem neuen Dashboard: So lässt sich der Impffortschritt tagesaktuell online nachverfolgen.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung. Hier geht es direkt zum neuen Infektionsschutzgesetz, § 28b. Was die bundeseinheitliche sogenannte Notbremse regelt, ist hier zusammengefasst.

Infektionsschutzgesetz § 28b:Bundesweit einheitliche Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) bei besonderem Infektionsgeschehen, Verordnungsermächtigung

(1) Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die durch das Robert Koch-Institut veröffentlichte Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) den Schwellenwert von 100, so gelten dort ab dem übernächsten Tag die folgenden Maßnahmen: [...] Das Robert Koch-Institut veröffentlicht im Internet unter https://www.rki.de/inzidenzen für alle Landkreise und kreisfreien Städte fortlaufend die Sieben-Tage-Inzidenz der letzten 14 aufeinander folgenden Tage. Die nach Landesrecht zuständige Behörde macht in geeigneter Weise die Tage bekannt, ab dem die jeweiligen Maßnahmen nach Satz 1 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt gelten. Die Bekanntmachung nach Satz 3 erfolgt unverzüglich, nachdem aufgrund der Veröffentlichung nach Satz 2 erkennbar wurde, dass die Voraussetzungen des Satzes 1 eingetreten sind.

(2) Unterschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt ab dem Tag nach dem Eintreten der Maßnahmen des Absatzes 1 an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 100, so treten an dem übernächsten Tag die Maßnahmen des Absatzes 1 außer Kraft. Sonn- und Feiertage unterbrechen nicht die Zählung der nach Satz 1 maßgeblichen Tage. Für die Bekanntmachung des Tages des Außerkrafttretens gilt Absatz 1 Satz 3 und 4 entsprechend. Ist die Ausnahme des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 4 Halbsatz 2 Buchstabe b wegen Überschreitung des Schwellenwerts von 150 außer Kraft getreten, gelten die Sätze 1 bis 3 mit der Maßgabe entsprechend, dass der relevante Schwellenwert bei 150 liegt.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Ein Überblick der aktuellen Regelungen findet sich hier: www.mags.nrw/coronavirus-regeln-nrw. Hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung (gültig ab 28. Mai; PDF). Darin:

I. Allgemeiner Teil – §1: Zielsetzung, Anwendungsbereich

(4) Im Hinblick auf das Infektionsgeschehen regelt diese Verordnung die erforderlichen Schutzmaßnahmen bezogen auf drei Stufen:

1. die Inzidenzstufe 1, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 vorliegt,

2. die Inzidenzstufe 2, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 35, aber höchstens 50 vorliegt,

und 3. die Inzidenzstufe 3, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 vorliegt.

Die Zuordnung zu einer höheren Inzidenzstufe erfolgt, wenn der jeweilige Grenzwert an drei aufeinanderfolgenden Kalendertagen überschritten wird, mit Wirkung für den übernächsten Tag. Die Zuordnung zu einer niedrigeren Inzidenzstufe erfolgt, wenn der jeweilige Grenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird, mit Wirkung für den übernächsten Tag. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales veröffentlicht für die Kreise und kreisfreien Städte die dort jeweils geltenden Inzidenzstufen und veränderte Einstufungen sowie deren Wirksamkeitsdatum sowie die für das Land geltende Inzidenzstufe täglich aktuell unter www.mags.nrw.de/inzidenzstufen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: „Die Sieben-Tages-Inzidenz ... ist ein wichtiger Indikator für den Stand und die Entwicklung der Pandemie. Laut Corona-Schutzverordnung des Landes NRW ist der Inzidenzwert, der täglich vom Landeszentrum für Gesundheit (LZG) für die Kreise und kreisfreien Städte veröffentlicht wird, maßgeblich für eine Verschärfung bzw. Lockerung der Schutzmaßnahmen. Deshalb veröffentlichen wir als Inzidenzwert für den gesamten Kreis den vom LZG ausgewiesenen Wert. Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ... Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle: Kreis Paderborn (Reiter „Copyright“)

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