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Bevor die Bagger anrücken, legen viele Volmerdingsener beim Abriss-Grillen selbst Hand an

Abschied von der alten Sternschnuppe

Bad Oeynhausen

Dass an und auf der Volmerdingsener Straße abends noch viel los ist, ist nicht ungewöhnlich. Dass um diese Zeit aber noch so viele Menschen zur Kita Sternschnuppe wollen, wohl schon. Doch zum Abriss-Grillen haben zahlreiche Volmerdingsener die Gelegenheit genutzt, noch einen letzten Blick in das alte Gebäude der Kindertagesstätte zu werfen, bevor die Bagger anrücken.

Abschied von der alten Kindertagesstätte Sternschnuppe in Volmerdingsen: Nach fast 50 Jahren Betriebszeit wird das Gebäude abgerissen. Dabei helfen auch viele Volmerdingsener, die zum Abriss-Grillen gekommen sind und mit Hammer und Meißel Steine aus dem Mauerwerk schlagen. Foto: Ann-Christin Lüke

„Mich haben in den vergangenen Wochen so viele Menschen angesprochen, die hier selbst zur Kita gegangen sind. Deshalb haben wir uns entschieden, den Außen- und Innenbereich noch einmal für alle Interessierten zu öffnen, bevor die Abrissarbeiten beginnen“, sagt Kita-Leiterin Katrin Miegel. Via WhatsApp und Co. habe sich die Nachricht in Windeseile im Dorf verbreitet.

„Es ist einfach toll, dass so viele gekommen sind, um sich unter den geltenden Corona-Regeln von der alten Sternschnuppe zu verabschieden“, freut sich die Diakonin, winkt einem Jungen zur Begrüßung zu und betritt das Gebäude, während Mitarbeitende in der Glitzer-Gruppe den Gästen Getränke anreichen. Ansonsten sind die Räume mittlerweile fast leergeräumt. Es hängen nur noch Erinnerungen an den Wänden, die Miegel und ihr Team ausgegraben haben: Gruppenbilder und Fotos von Ausflügen und Aktionen, die in den vergangenen 50 Jahren in der Sternschnuppe stattgefunden haben. „Wer sich auf einem Bild wiederfindet, darf es mitnehmen. Im Gegenzug würden wir uns über eine Spende freuen“, betont sie.

„Heimelig und gemütlich“

Überall trifft Katrin Miegel heute auf bekannte Gesichter. Da sind Mädchen und Jungen, die die Kita besuchen und in diesem Sommer in den fertiggestellten Ersatzbau auf dem Gelände der ehemaligen Wittekindshofer Korbflechterei gezogen sind. Aber auch viele Eltern sind gekommen, die sich selbst noch gut an ihre eigene Kindergarten-Zeit in der Sternschnuppe erinnern können.

Etwa Jessica Kellermeier. „Es hat sich fast nichts verändert. Es war immer so heimelig und gemütlich in der Sternschnuppe“, stellt die Volmerdingsenerin fest. Auch ihre Tochter besucht die Kindertagesstätte. Erst habe die Fünfjährige lieber im alten Gebäude bleiben wollen. Dadurch, dass die neue Kita in unmittelbarer Nähe gebaut wurde, haben die Kinder den Baufortschritt ihrer neuen Sternschnuppe direkt miterleben können. „Das steigert natürlich die Vorfreude. Und jetzt gefällt meiner Tochter die neue Kita auch sehr gut und sie geht gerne hin“, sagt Kellermeier.

Steine klopfen und Spenden sammeln

Unterdessen haben bereits die ersten Gäste Hammer und Meißel in die Hände genommen. Schließlich handelt es sich um ein Abriss-Grillen. Die Steine werden ebenfalls für den guten Zweck aus dem Mauerwerk geklopft. „Wir sammeln Spenden für den neuen Außenbereich“, erklärt Miegel. Dieser vergrößert sich durch den Abriss des Altbaus von 1600 auf 2500 Quadratmeter.

Die Leiterin hat wieder ein bekanntes Gesicht entdeckt: Annelotte Diekmann hat 18 Jahre in der Kita gearbeitet. Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand 2009 hat sie weiterhin Kontakt zum Kita-Team gehalten und wirft an diesem Abend noch einmal einen Blick in ihre frühere Wirkungsstätte. „Als ich in der Nachmittagsbetreuung der Sternschnuppe angefangen habe, war ich mir zunächst sehr unsicher, ob ich das schaffe und ob ich mir die Namen der Kinder merken kann.“ Sie konnte. „Die Arbeit im Team hat mir immer wieder viel Freude bereitet und ich habe meine Entscheidung nie bereut.“

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