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Lüchtringer laden 14-Jährigen aus Kiew zur Friedenseiche ein

Adam ist glücklich: Mit Posaune beim Friedenskonzert mitgespielt

Höxter

Flüchtlingsjunge Adam aus Kiew hat sich über diese nette Geste riesig gefreut. Die Blaskapelle Lüchtringen hatte am Wochenende im WESTFALEN-BLATT über das Schicksal der Familie Alkalha aus Kiew gelesen und auch Adams kleine musikalische Kostprobe im Klostergarten in Corvey im Video gesehen: Spontan haben die Musiker aus Lüchtringen den 14-Jährigen zum Ukraine-Friedenskonzert am frühen Sonntagabend an die Friedenseiche in Lüchtringen eingeladen.

Von Michael Robrecht

Friedenskonzert am Sonntagabend in Lüchtringen an der Friedenseiche mit dem Flüchtlingsjungen Adam (14) aus Kiew, der mit seiner Familie in Corvey im Hotel Unterkunft gefunden hat. Foto: Yana Alkalha

Adam, seine Familie und weitere ukrainische Flüchtlinge sagten sofort zu und fuhren aus ihrer Unterkunft im Weser-Aktivhotel in Corvey auf die andere Weserseite zum Konzert. Adam durfte sogar mit seiner Posaune mitspielen. „Erst war er etwas schüchtern, aber dann hat mein Junge richtig gestrahlt“, freute sich Adams Mutter Yana Alkalha im Gespräch dem WB.

Wie berichtet, hatte Adam seine geliebte Posaune auf der gesamten langen Flucht aus Kiew – zu Fuß und mit Zügen über die Nordukraine, Ungarn bis Höxter – immer im Gepäck. Nur mit Rucksäcken und der Kleidung auf dem Leib war er vor ein paar Tagen mit Mutter, Schwester, Oma und Opa nach Höxter geflüchtet.

Friedenskonzert der Blaskapelle Lüchtringen mit Posaunist Adam aus Kiew am Sonntagabend. Foto: Yana Alkalha

Merle Jux, die seit Tagen Ukraine-Flüchtlinge in ihrem Hotel beherbergt, sagte, dass sie schon viele Sach- und Kleidungsspenden für die Geflüchteten bekommen habe und nach dem WB-Bericht es sehr nette Reaktionen gegeben habe. Das erlebten die Geflüchteten auch in Lüchtringen mit den Menschen dort beim Konzert.

Yana Alkalha berichtete, dass Adam einige Einladungen bekommen habe. Das WB-Video mit der kurzen musikalischen Kostprobe im Corveyer Klostergarten habe viele Menschen stark berührt. Adam bedankt sich darin, dass er nach den Kriegswirren im belagerten Kiew eine sichere Bleibe mit seiner Familie in Deutschland gefunden hat: „My name is Adam. I’m from Ukraine. I have survived. Thank you Germany. It‘s nice in Höxter.“

Adam (14) aus Kiew übt in Corvey. Foto: Michael Robrecht

Adam bekam auch eine nette Zuschrift aus Brakel. Trainer Thorsten Kraut: „Hallo Adam. Wir heißen dich herzlich willkommen in Deutschland. Wir, die Spvg 20 Brakel, würden uns freuen dich am Sonntag, 20. März, in Brakel begrüßen zu dürfen. Ab 12 Uhr spielt unsere B-Jugend im Pokal gegen den VfL Bochum. Wir würden uns freuen, wenn du für den Frieden vor dem Spiel die Ukrainische Nationalhymne vielleicht spielen würdest. Wir würden dir einen Fahrdienst organisieren. Vielleicht kann das Brakeler Orchester ja unterstützen.„ Die Stadtkapelle Brakel unterstützte die Idee sofort und Adams Familie war von der Einladung sehr gerührt.

Beim WB meldete sich auch die Musikschule Höxter. Leiter Jonathan Misch und Julia Siebeck wollen Kontakt zu Musiker Adam, der in Kiew ein Musikkonservatorium besuchte, aufnehmen und ihm in Höxter in der Musikschule Übungsmöglichkeiten geben.

„Danke für alles“, sagte Adams Mutter, die während des Krieges mit ihrer Familie gerne im Raum Höxter bleiben möchte.

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