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29. Waldjugendspiele im Kreis Höxter finden ihren Abschluss im Beverunger Stadtwald

Alle Sinne sind gefragt

Beverungen

Wie hört sich eigentlich der Wald an, wenn ich selber ganz still bin? Und in welcher Etage lebt das Eichhörnchen? Die Antworten auf diese und weitere spannende Fragen haben die Viertklässler des Grundschulverbundes Beverungen am Dienstag im Wald am Eisberg gefunden.

Von Alexandra Rüther

Die Kinder aus Dalhausen sind die ersten, die sich auf den Wald-Parcours machen. Eingestimmt worden sind sie von Forstamtsleiter Roland Schockemöhle (von links), den Lehrerinnen Michaela Siewers, Simone Schade, Barbara Vieth, Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender und Förster Martin Erben. Foto: Alexandra Rüther

Wie hört sich eigentlich der Wald an, wenn ich selber ganz still bin? Und in welcher Etage lebt das Eichhörnchen? Die Antworten auf diese und weitere spannende Fragen haben die Viertklässler des Grundschulverbundes Beverungen am Dienstag im Wald am Eisberg gefunden.

Seit 30 Jahren organisiert das Regionalforstamt Hochstift zusammen mit den Schulen im Kreis Höxter die Waldjugendspiele. Letztes Jahr mussten sie Corona-bedingt ausfallen. „Es ist schön zu sehen, dass die Kinder den Wald jetzt wieder in Gemeinschaft erleben können“, sagte Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamts Hochstift, bei der Abschlussveranstaltung in Beverungen. 32 Schulen mit etwa 1100 Kindern haben mitgemacht. Die Koordination lag bei Max Gottschalk.

Malwettbewerb der Sparkassenstiftung

„Dabei sind wir ein Partner unter anderen“, erklärt Schockemöhle. Weitere seien das Schulamt und die Schulen. „Und ohne ehrenamtliche Helfer ginge es auch nicht“, sagt Schockemöhle und meint beispielsweise Eltern, die die Stationen im Wald betreuen. Darüber hinaus unterstützt auch die Sparkassenstiftung die Aktion – ein von ihr ausgeschriebener Malwettbewerb schließt sich den Waldjugendspielen an. Ein großer Dank gelte auch der Stadt Beverungen, die dafür gesorgt habe, dass der Parcours verkehrssicher war. „Dazu war ein Forstunternehmen im Wald, das den Weg untersucht und gefährliche Bäume entfernt hat, so der für den Beverunger Stadtwald zuständige Revierförster Martin Erben. Überhaupt sei es eine Herausforderung gewesen, den Parcours zu gestalten, weil sich der Wald so verändert habe, fügt Roland Schockemöhle hinzu.

Der Beverunger Revierförster Martin Erben (links) und Max Gottschalk, der die Waldjugendspiele im Hochstift koordiniert, an der Station, an der es um die „Etagen“ des Waldes geht. Foto: Alexandra Rüther

Die wichtigsten Wald-Regeln sitzen

Die Kinder, die am Dienstagmorgen die Schutzhütte am Eisberg erreichen, sind gut vorbereitet. In der Schule haben sie die wichtigsten Regeln gelernt, die es im Wald zu beachten gibt: immer auf den Wegen bleiben, Lärm vermeiden, Abfall wieder mitnehmen, kein Feuer machen und keine Pflanzen beschädigen. „Unser Ziel ist es, dass die Kinder den Wald zum Einen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und zum Anderen als spannenden Freizeitraum für sich selbst kennen und schätzen lernen“, sagt Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender. Konrektor Rainer Löffler habe die Waldjugendspiele einst nach Beverungen geholt, seit 2011 kümmern sich Simone Schade und Barbara Vieth um die Organisation. Mit von der Partie war auch der ehemalige „Stadtförster“ Mathias Wolff. „Er hat es sich nicht nehmen lassen, eine Station zu betreuen und hat sich dem Lärchenborkenkäfer angenommen“, erzählt Wolffs Nachfolger Martin Erben. An weiteren Stationen gilt es beispielsweise Bäume und die dazugehörigen Früchte zu bestimmen, sich Tierarten zu merken und später wieder zu erkennen, um den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen oder eben darum zu bestimmen, in welcher „Etage“ des Waldes welche Tiere leben. Dass der Regenwurm im Untergeschoss zuhause ist und das Eichhörnchen die oberste Etage mit Ausblick bewohnt, war für die jungen Waldbesucher eine Kleinigkeit. Anspruchsvoller ist die „Jägerprüfung“. Hier gilt es still zu sein, um den Wald hören zu können.

Roland Schockemöhle weiß aus Erfahrung, dass die Kinder, wenn sie aus dem Wald kommen, ihr Basiswissen gestärkt haben und ein Stück weit „geerdet“ sind. „Und damit haben wir schon viel erreicht.“

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