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Feuerwehr-Alarm schreckt Bürger am frühen Samstagmorgen auf

Alle Sirenen heulen im Kreis Höxter

Kreis Höxter

Sirenen haben einen „Weckeffekt“. Das ist laut Innenministerium des Landes NRW auch so gewollt. Am frühen Samstagmorgen sind Bürger im gesamten Kreis Höxter deswegen aus dem Schlaf gerissen worden oder haben sich Sorgen gemacht – weil die Sirenen heulten. Es gibt einen Grund für den Sirenenalarm.

Harald Iding

Die Sirenen im gesamten Höxteraner Kreisgebiet haben am Samstagmorgen (5. März) für kurze Zeit geheult. Foto: Harald Iding

In den Städten und Ortschaften des Kreises gibt es insgesamt 163 Sirenen, die von der Kreisleitstelle in Brakel ausgelöst werden können. Mithilfe der Alarmsignale werden zum Beispiel die Feuerwehren und Löschgruppen alarmiert. Das war jetzt auch am Samstagmorgen gegen 7.45 Uhr so - von Höxter bis Warburg. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte die Leitstelle der Feuerwehren in Brakel die Aktion. „Um es gleich vorweg zu sagen. Es ist ein Fehlalarm gewesen. Grund war ein technischer Defekt.“ Und wer genau hingehört habe, so der Sprecher der Leitstelle, der habe erkannt, dass es sich um eine Feuerwehr-Alarmierung gehandelt habe.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium des Landes NRW den Kommunen per Erlass mitgeteilt, dass der am 10. März geplante, landesweite Sirenenprobealarm abgesagt worden ist. Dazu äußerte sich auch Innenminister Herbert Reul (CDU), der angesichts des Ukraine-Krieges sagte, dass es darum gehe, „eine Verunsicherung der Bevölkerung oder gar Fehlinterpretation zu vermeiden.“

Der Kreis Höxter hat erst in diesen Tagen einen neuen Flyer erstellt, der genau auf das Thema „Sirenenalarm“ eingeht – und auch das Thema „Stromausfall“ beleuchtet. Denn Mithilfe der Alarmsignale werden nicht nur die Feuerwehren und Löschgruppen alarmiert. „Bei einer drohenden Gefahrenlage warnen die Sirenen mit einem ganz speziellen Heulton auch die Bevölkerung“, erklärte Matthias Kämpfer, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Straßenverkehr des Kreises Höxter. Um die Bürgerinnen und Bürger unter anderem darüber zu informieren, was in so einem Fall zu tun ist, habe der Kreis Höxter den neuen Flyer herausgegeben. Er soll jetzt an alle Haushalte im Kreisgebiet verteilt werden.

„Egal ob über Sirenen oder digital über Smartphone-App: Unser Warnsystem kann im Ernstfall Leben retten“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Mit ihrem lauten Ton verschafft sich eine Sirene zu jeder Tages- und Nachtzeit Gehör, auch wenn das Handy ausgeschaltet ist. Ihr Heulen erweckt Aufmerksamt und holt Menschen – wenn es sein muss – aus dem Schlaf. Das ist wichtig, denn schließlich sollen uns Sirenen vor Gefahren wie schweren Unwettern oder Hochwassern warnen und so Leib und Leben schützen.“ Im Kreis Höxter würde es ein weit verzweigtes Netz von Sirenen geben, die alle zentral durch die Kreisleitstelle in Brakel gesteuert werden. Und das war auch am heutigen Samstag (5. März) so. Nur dass ein technischer Defekt vorgelegen habe und deswegen die Sirenen ausgelöst wurden.

Hintergrund: Bis Anfang der 1990er-Jahre gab es ein flächendeckendes Sirenennetz des Bundes, das ursprünglich die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen warnen sollte.Viele Menschen kannten die dazugehörigen Warntöne, regelmäßige Probealarme gehörten vielerorts zum Alltag. „Nach dem Ende des so genannten Kalten Krieges hat der Bund dieses Sirenennetz aufgegeben und den Kommunen zur Übernahme angeboten“, heißt es von Seiten des Innenministeriums. Der laute Ton einer Sirene sei ein effektives Mittel, das zumindest die Existenz einer Gefahr für die Menschen in der Umgebung deutlich hörbar anzeigt. „Nur wenn Sie von der Gefahr wissen, können Sie sich über die Medien wichtige Informationen zum richtigen Verhalten und zur Gefahrenlage beschaffen“, rät das Ministerium. Übrigens: Die Alarmierung der Feuerwehr wie bei diesem Fehlalarm dauerte eine Minute lang (Dauerton) und wurde zweimal unterbrochen.

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