1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bürgerstiftung geplant:: Altenbeken soll von Windenergie profitieren

  6. >

 Bürger, Gewerbetreibende und Betreiber können sich beteiligen – Politik bleibt außen vor

Bürgerstiftung geplant:: Altenbeken soll von Windenergie profitieren

Altenbeken

Bislang kommt von der Wertneuschöpfung der Windenergie in Altenbeken bei den Bürgern fast nichts an. Dass soll sich aus Sicht der CDU und Bürgermeister Matthias Möllers ändern: Sie schlagen die Gründung einer Bürgerstiftung vor. Erste Gespräche wurden geführt, und ein Arbeitskreis ist gebildet.

Dieses Windrad steht auf dem Brocksberg in Schwaney. Im Hintergrund sind die Anlagen in Buke zu sehen. Foto: Sonja Möller

Der Kreis Paderborn ist seit 30 Jahren Vorreiter im Ausbau der Windenergienutzung, und Altenbeken hat dazu einen großen Anteil beigetragen. Durch den Pioniergeist von Anton Driller entstand 1991 der erste Windpark in Nordrhein-Westfalen in Buke. Seitdem hat sich auch der Gemeinderat mit dem Thema beschäftigt und die Vorgaben für den Ausbau der Windenergie geschaffen. CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Striewe sagt: „Viele Kommunen haben später von unseren Erfahrungen profitiert und dadurch schneller den Einstieg in das Thema Windkraft gefunden.“ Striewe hat diesen Prozess von Anfang an mit begleitet.

Was die Partizipation der Bürger an der Wertschöpfung durch die Windkraft vor Ort angeht, sind der Gemeinde Altenbeken mittlerweile aber viele Kommunen voraus. „In Lichtenau und Benhausen wurden Bürgerstiftungen geschaffen, die eine Erfolgsgeschichte sind. Gerade das Ehrenamt zieht einen großen Nutzen aus den Bürgerstiftungen, und dadurch konnten viele Projekte zugunsten der jeweiligen Orte erst angeschoben werden“, weiß Hermann Striewe. Das möchten die CDU und Bürgermeister Matthias Möllers auch für die Eggegemeinde.

Erster Anlauf 2017 gescheitert

„Aufgrund der positiven Erfahrungswerte aus unseren Nachbargemeinden sollte man dieses Thema noch einmal aufgreifen. Dabei sollte man aber ebenfalls die Lehren aus dem ersten Anlauf in Altenbeken ziehen und eine mögliche Stiftung zu einer wirklichen Bürgerstiftung formen, an der sich über die Windkraft hinaus alle Unternehmen vor Ort beteiligen können“, sagt Matthias Möllers.

2017 gab es schon einmal den Versuch, eine Bürgerstiftung in Altenbeken zu gründen. „Dies ist letztendlich daran gescheitert, dass sie zu einseitig auf die Windkraft aufgebaut war und viele die politische Einflussnahme der Windkraftbetreiber fürchteten“, fasst es Striewe zusammen: „Die Zeit war damals noch nicht reif.“ Das soll dieses Mal anders werden: Die Gremien der Stiftung sollen aus der Mitte der Bürgerschaft besetzt werden, damit die Stiftung ihre Mittel unabhängig vor Ort einsetzen kann und eine einseitige Einflussnahme von vorneherein ausgeschlossen ist, so Striewe.

Infoveranstaltung geplant

Zu diesem Zweck hat sich nun eine Arbeitsgruppe gegründet, die mit Bürgern und Unternehmern aus allen drei Ortsteilen besetzt ist. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, zunächst mit den Unternehmen vor Ort die Möglichkeiten der Unterstützung zu erörtern. „Viele Gewerbetreibende haben bereits ihre Unterstützung zugesagt“, berichtet Hermann Striewe. In einem nächsten Schritt sollten nun Gespräche mit den Windkraftbetreibern geführt werden, die ja schon seit längerem ihre Bereitschaft, selbst eine Stiftung zu gründen, signalisiert hätten. Striewe: „Es ist unser Bestreben, alle unter einen Hut zu bringen.“

Auch Bürgermeister Möllers ist überzeugt davon, „dass alle von diesem Stiftungsmodell profitieren. Die Stiftungsgeber haben den positiven Werbeeffekt, und die Bürger und Vereine vor Ort könnten mit den Mitteln aus der Stiftung Projekte oder Aktivitäten finanzieren, die sonst so nicht möglich wären.“

Hermann Striewe kündigt an, demnächst zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung einzuladen, in der erste Ergebnisse vorgestellt werden können und ein offener Austausch ermöglicht werden soll.

Startseite
ANZEIGE