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Der Start des Paderborner Meeresbotschafters erfolgt am Freitagabend kurz vor Mitternacht in St. Peter Ording

André Wiersig schwimmt nach Helgoland

Paderborn

Freitagnacht ist es soweit: Um 23.45 Uhr will Extremschwimmer und Meeresbotschafter André Wiersig (49) auf dem breiten Sandstrand von St. Peter-Ording ins Wasser steigen, um zur 48,5 Kilometer entfernten Hochseeinsel Helgoland zu schwimmen. „Die Startzeit liegt 90 Minuten vor dem Höhepunkt der Flut, dann kommt das Wasser zur Ruhe“, sagt Wiersig.

Von Maike Stahl

Bereit zum nächsten Hochsee-Abenteuer: In der Nacht von Freitag auf Samstag will der Paderborner Ozeanschwimmer André Wiersig als erster Mensch nach Helgoland schwimmen. Foto: Dennis Daletzki

Ein Begleitschiff und sein Schwager Jürgen Peters im Kajak sorgen für seine Sicherheit und Versorgung.

Das waghalsige Projekt des Paderborners, das bisher noch niemand realisiert hat, ist zugleich ein umweltpolitischer Akt: Es findet statt im Rahmen der gerade begonnenen „Ocean Decade“ der UNESCO. „Das ist eine Aktion, die die nachhaltige Forschung zum Schutz der Ozeane im Blick hat“, erklärt Wiersig.

Ein Begleitschiff sorgt für seine Sicherheit. Sein Begleiter Jürgen Peters wird Wiersig von einem Kajak die nötige hochkalorische Nahrung anreichen. „Wie lange ich brauchen werde, bestimmt das Meer“, sagt Wiersig. „Es kann Phasen geben, in denen ich wegen der Strömungen auf der Stelle schwimmen muss.“ Gemäß den Regeln der Channel Swimming Association schwimmt er nur mit einer Badehose bekleidet durch die etwa 16 Grad kalte Nordsee. Ein Kontakt zwischen Schwimmer und Schiff ist nicht erlaubt.

Der Start folgt dem Motto seines Buches „Nachts allein im Ozean“, in dem Wiersig seine Erfahrungen in den Ocean’s Seven verarbeitet hat – Wiersig ist seit 2019 der einzige deutschsprachige Schwimmer, der diese größte Herausforderung des Freiwasserschwimmens absolviert hat. Die längste Strecke dabei ist der Kaiwi Channel vor Hawaii mit rund 42 Kilometern. Wiersig ist zuversichtlich, nun auch die deutlich längere Strecke zu schaffen: „Ich bin in guter körperlicher Verfassung und freue mich, die Nordsee hautnah und intensiv zu erleben.“

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