Zweiter Verhandlungstag wegen Vergewaltigung in Schloß Holte-Stukenbrock

Angeklagter (38) äußert sich nur schriftlich

Schloß Holte-Stuk...

Er soll seine Ehefrau, unter anderem in einer gemeinsam bewohnten Wohnung in Schloß Holte-Stukenbrock, mehrfach vergewaltigt haben. Zudem soll er ihr wiederholt gedroht haben, sie zu töten: Am zweiten Prozesstag lehnte es der 38-jährige Mann mit serbischen Wurzeln erneut ab, Rede und Antwort zu stehen.

Symbolbild Foto: dpa

Vor dem Landgericht Bielefeld wurde stattdessen, wie angekündigt, eine Einlassung zur Sache verlesen. Der Angeklagte war am Donnerstag mit einem Pflicht- und zwei Wahlverteidigern angetreten. Einer der Anwälte erklärte gegenüber dieser Zeitung: „Seine Familie ist verzweifelt, weil sie eine hohe Strafe befürchtet.“

In der schriftlichen Stellungnahme, die an Prozessbeteiligte, darunter auch an eine Anwältin, die die Interessen der Ehefrau und Nebenklägerin vertritt, verteilt wurde, war überwiegend von Sex die Rede. Man habe sich in der Ehe, die der Angeklagte als „kompliziert“ bezeichnete, immer wieder gestritten und versöhnt – letzteres im Bett. So sei auch ein zur Anklage gebrachter Vorfall abgelaufen. „Auch wenn es Tränen gegeben hat – der eigentliche sexuelle Akt war gut und immer einvernehmlich.“ Richtig sei nur, dass er die Trennung nicht akzeptiert habe.

Dass er mit einem Nachschlüssel in ihrer Gütersloher Wohnung eingebrochen sei, um sie mit irgendeinem Mann „in flagranti“ zu ertappen, begründete er mit seiner Eifersucht. Sie sei darüber „verärgert“ gewesen. Es habe eine Aussprache gegeben, er wollte Sex, den sie abgelehnt habe. „Aber ich ließ nicht locker“. Details in seiner Einlassung lassen den Schluss zu, dass sie sich unter Zwang hingegeben hat. Er habe die Beischlafhandlung per Handy „dokumentieren“ wollen. „Aber sie wollte nicht gefilmt werden.“ Sie habe ihm nach dem erzwungenen Akt erklärt, er solle die Wohnung verlassen, sonst hole sie die Polizei. „Ich war verwundert!“

Nach einem Beschluss des Familiengerichts vom 15. Oktober 2020 durfte der 38-Jährige ihr nicht mehr auflauern und sich ihr in der Öffentlichkeit nicht auf weniger als 20 Meter nähern. Doch daran hielt er sich nicht. „Im Nachhinein kann ich verstehen, dass meine Frau mit mir geschlafen hat, um ihre Ruhe zu haben. Ich dachte, wenn wir zusammen schlafen, würden wir wieder zusammenfinden. Ich habe mich absolut falsch verhalten.“ Der Prozess wird am kommenden Donnerstag, 17. Juni, fortgesetzt.

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