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Teilnehmer des „XO Talks“ in Paderborn sehen in Gemeinschaftserlebnissen eine Stärkung der Demokratie

Anlaufstelle für die Kultur gefordert

Paderborn

Eine Anlaufstelle mitten in der Stadt für organisatorische Fragen, ein Expertengremium, das Ideen beurteilt, und außerdem mehr Geld: Das braucht die Paderborner Kultur. Zumindest nach Meinung der Teilnehmer des „XO Talks“, mit dem am Freitagabend das „Kuppelfest“ in Schloß Neuhaus eröffnet wurde.

Von Dietmar Kemper

Lea Krumme, Nora Liebetreu, Moderatorin Ina Heinrich, Sabine Kramm und Ulrich Lettermann (von links) sprachen über die Zukunft der Kultur in Paderborn. Foto: Dietmar Kemper

„Das Festival ist nicht Sonntag, sondern erst Ende November vorbei“, sagte Nora Liebetreu und wies auf den dicken Brocken der Buchhaltung hin. Sie ist Beraterin für Fördermittel und wünscht sich eine zentrale Stelle in Paderborn, in der Organisatoren von Kulturveranstaltungen Antworten auf alle Fragen bekommen, und seien es nur kleine Dinge wie das Drucken und Verteilen von Flyern. Viele wüssten nicht, welche Fördertöpfe es gibt und wie sie von ihnen profitieren. „Das Geld ist da, wir müssen es abrufen, um zu zeigen, Kultur hat ihren Wert“, betonte Liebetreu.

Paderborns „Kulturnadel“-Träger Ulrich Lettermann hofft, dass durch die Erfahrungen der Corona-Pandemie die Kultur von einer freiwilligen Leistung der Kommunen zu einer Pflichtleistung wird. Nicht zuletzt dank der „XO Talks“, in denen sich Kulturschaffende, Vereine und Veranstalter vernetzen, habe sich die Kultur in Paderborn „sehr positiv entwickelt“. Lettermann verwies als Beispiel auf die Pläne für ein Kreativquartier auf dem Alanbrooke-Gelände. Der Stadt fehle noch eine Ebene von Experten, die Ideen und Projekte von Künstlerinnen und Künstlern und Organisatoren anschauen und bewerten und notfalls vor verfrühter Euphorie warnen.

Paderborns stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Kramm hält Kultur für den die Demokratie stärkenden Klebstoff, der die Gesellschaft in Zeiten von Krisen und Populismus zusammenhalte. Sie ermögliche das Erleben von Gemeinschaft und biete die Chance, kreativ und konstruktiv zu sagen, was die Menschen bewege. Kramm empfahl jungen Leuten, mit ihren Ideen auf den Kulturausschuss zuzugehen und sich zu engagieren.

Für die Theaterpädagogin Lea Krumme ist Kultur ohnehin politisch. Sie inspiriere, über sich hinauszuwachsen, und gebe Impulse, etwas zu verändern. Damit Kultur weiter Interpretationsflächen biete, sollten nicht alle Künstler zu Politikern gemacht werden.

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