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Paderborner Finanzdienstleister muss sich wegen gewerbsmäßigen Betruges verantworten

Anleger um Millionen geprellt

Paderborn

212 Seiten stark und das Ergebnis mehrjähriger aufwendiger Ermittlungen ist die Anklageschrift gegen den Paderborner Finanzdienstleister Edgar K.. Der ehemalige Geschäftsführer der Wirtschaftsforum Künsting AG muss sich vor der 8. großen Strafkammer des Paderborner Landgerichts wegen gewerbsmäßigen Betruges, Bankrotts und Insolvenzverschleppung verantworten.

Von Maike Stahl

Die Zentrale des Unternehmensgeflechts war an der Detmolder Straße in Paderborn angesiedelt. Die ebenfalls mit Anlegergeldern finanzierte Geschäftsimmobilie ist zwar inzwischen verkauft worden, der Erlös aber größtenteils nicht in die Insolvenzmasse geflossen. Foto:

Von der Pleite des Firmengeflechts im April 2017, zu dem auch der seit Februar 2018 ebenfalls insolvente Finanzdienstleister Safeguard gehört, sind laut Staatsanwaltschaft mehr als 600 Anleger in ganz Ostwestfalen-Lippe betroffen. Der Gesamtschaden belaufe sich auf mehr als sieben Millionen Euro. Die Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität hat nun 80 Taten angeklagt, in 70 Fällen geht es um gewerbsmäßigen Betrug, darunter einige besonders schwere Fälle, bei denen die Geschädigten jeweils mehr als 50.000 Euro verloren hätten, teilte Oberstaatsanwalt Ralf Günther auf Anfrage mit. Unter anderem wurden die Inhaber teilweise fast zuteilungsreifer Lebensversicherungen überredet, diese zurückzukaufen und das Geld „gewinnbringender“ in Immobilienanteile zu investieren. Allein die dafür nötigen Immobilien wurden nicht erworben. Stattdessen steckte K. das Geld in sein eigentlich schon seit Jahren zahlungsunfähiges Wirtschaftsforum.

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