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Sozialausschuss Spenge: Neue Förderprogramme des Kreises vorgestellt – Ausbau der Wohnungsnothilfe geplant

Anreiz für Bau bezahlbaren Wohnraums

Spenge

Mehr bezahlbaren Wohnraum, vor allem für sozial benachteiligte Menschen, soll es künftig im Kreis Herford geben. Marie-Christin Paul und Kathrin Kokerbeck vom Stabsbereich Sozialplanung und fachliche Steuerung des Kreises Herford haben zwei neue Förderprogramme des Kreises in der Sitzung des Sozial- und Gleichstellungsausschusses am Donnerstag vorgestellt.

Von Daniela Dembert

Der Bau bezahlbaren Wohnraums – wie hier in Stuttgart – soll auch im Kreis Herford besonders gefördert werden. Zwei Förderprogramme sind im Sozialausschuss in Spenge vorgestellt worden. Foto: dpa/Marijan Murat

Zum einen sollen neue Akteure und Investoren im Bereich des öffentlich geförderten (Neu-)Baus gewonnen werden, zum anderen soll der kreisweite Wohnungsbestand – auch Langzeitleerstände – wieder genutzt werden.

Wie Kokerbeck erklärte, basiert das Wohnraumförderprogramm auf der Wohnraumförderung des Landes. Sie soll durch die Bereitstellung öffentlich geförderter Wohnungen zur Verbesserung der Versorgung einkommensschwacher Haushalte mit Wohnberechtigungsschein beitragen.

Investoren, die im Rahmen der Wohnraumförderung des Landes NRW Neubau- und/oder Modernisierungsvorhaben umsetzen, sollen einen zusätzlichen finanziellen Anreiz erhalten. „Das Ziel ist, Wohnraum bezahlbar zu halten und gleichzeitig klimaneutral zu machen“, erläuterte Kokerbeck. Hier steht eine einmalige Förderung von 70 Prozent der Jahresmiete in Aussicht für Wohnungen bis 70 Quadratmeter, für größere eine 60-prozentige Bezuschussung.

Das zweite Förderpro­gramm in Anknüpfung an die soziale Wohnraumvermittlung richte sich vornehmlich an Privatvermieter, so Marie-Christin Paul. „Wir möchten die Systeme der Wohnungsnothilfe im Kreis Herford ausbauen und mit unserem Kooperationspartner, der Diakoniestiftung, Wohnungsnot weiter bekämpfen.“

Das Ziel sei, sozial benachteiligte Menschen, die akut von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, zu mietvertraglich gesichertem Wohnraum zu verhelfen. Als Anreiz erhalten die Vermietenden auf Antrag eine Mietausfallgarantie für jeweils bis zu neun Monaten.

„Unser Ziel ist eine langfristige Vermittlung“, betont Paul. Daher sei eine fünfjährige Belegungsbindung sowie der Einhalt der Mietobergrenze für die Vermieter verpflichtend. Im Gegenzug werden Anreize wie ein Sanierungszuschuss von zwei Euro pro Quadratmeter, maximal 2400 Euro im Jahr sowie ein Klimabonus von einem Euro pro Quadratmeter, maximal 1200 Euro jährlich gegeben.

Zudem gibt der Kreis das Versprechen: „Keiner wird mehr mit dem Vermietungsgeschäft allein gelassen. Es gibt Beratung und es wird im Vorfeld sehr genau geschaut, wer kommt für welchen Wohnraum in Frage und passt in welches Umfeld“, führt Paul aus.

Interessierte Investoren, Wohnungsbauunternehmen und Privatvermieter können sich bei der Stabsstelle Sozialplanung und fachliche Steuerung melden.

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