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Streit um Storchennester in der Niederheide – Kreis schickt Anfrage nach Düsseldorf

Antwort vom Land steht noch aus

Stemwede/Preußisch Oldendorf

Stillstand herrscht derzeit im Streit um die Storchennester in Stemwede und Preußisch Oldendorf, nahe der Windkraftanlagen in der Niederheide.

Von Dieter Wehbrink

Das Storchennest soll hier wegen der Windräder verschwinden. Das fordert der Kreis Minden-Lübbecke Foto:

Der Kreis Minden-Lübbecke hatte den Abbau der Nester verfügt, weil sie den Interessen der dortigen Windkraftnutzung im Wege stehen würden.

Dies hatte heftigen Protest in der Bevölkerung ausgelöst. In Levern wiesen Mitglieder des Heimatvereins darauf hin, dass das Nest ehrenamtlich schon weit vor der ersten Windkraftplanung errichtet worden sei und es dort gute Brutergebnisse gegeben habe. Mittlerweile haben beide Grundstückseigentümer, auf deren Flächen die Nester stehen, einen Anwalt eingeschaltet.

Entgegen der Ansicht des Kreises, es handele sich bei den Nestern um nicht genehmigte und somit illegale Bauwerke, gab das NRW-Bauministerium in Düsseldorf auf Anfrage dieser Zeitung eine generelle Einschätzung zur Errichtung von Storchennestern ab. So teilte Ministeriumssprecher Robert Vornholt mit: „Nach der NRW-Bauordnung sind Masten bis zu einer Höhe von zehn Metern verfahrensfrei, worunter auch Masten für einen Storchenhorst fallen. Diese bedürfen daher erst ab einer Höhe von zehn Metern einer Baugenehmigung.“ Vornholt bestätigte somit die Angaben des Nabu-Kreisverbandes Minden-Lübbecke. Die Umweltschützer – sie kritisieren die Abbau-Verfügung des Kreises scharf – hatten allen Grundstückseigentümern geraten, den Mast ihres Storchennestes zu überprüfen und notfalls so zu kürzen, dass die Zehn-Meter-Höhe nicht erreicht wird.

Der Kreis zeigte sich überrascht von der Aussage des NRW-Ministeriums und forderte von dort nähere Erläuterungen an. Doch die lassen noch auf sich warten: „Ich kann Ihnen mitteilen, dass es derzeit keine neue Entwicklung gibt und wir noch keine Rückmeldung vom Ministerium erhalten haben“, sagte Mirjana Lenz, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, dieser Zeitung.

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