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Alpakafohlen gerettet: Happy End für den süßen Intensiv-Patienten in Schloß Holte-Stukenbrock

Arielles Leben auf Messers Schneide

Schloß Holte-Stukenbrock

Dass die winzige schneeweiße Arielle so munter über die Wiese im Paddock des Tiergesundheitszentrums Dr. Vorbohle springt, ist fast ein kleines Wunder. Das Leben des kleinen Alpaka-Fohlens, das am 2. September geboren wurde, stand auf Messers Schneide, und keiner konnte helfen.

Von Susanna Stubbeund

Dr. Heiner Vorbohle hat das Alpakafohlen drei Tage lang beobachtet. Es entwickelt sich prächtig. Foto: Uripress/Stubbe

„Bringt sie hierher. Wir versuchen es“, entschied Dr. Heiner Vorbohle, als ihn der Hilferuf des Alpakahofes Hannover erreichte. 31 Alpakas leben hier. Die kleine Arielle ist eines von neun Fohlen. Vier Tage nach ihrer Geburt beobachteten die Hofbetreiber und Alpakazüchter, dass etwas mit Arielle nicht stimmte. Sie krümmte sich vor Schmerzen und konnte keinen Kot mehr absetzen. Die Diagnose Darmverschluss stand im Raum, aber niemand in der Umgebung wollte ein so kleines Fohlen operieren.

Alpaka Arielle mit Mutter Abby. Foto: Uripress/Stubbe

Gemeinsam mit der Mutterstute Abby reiste Arielle im Hänger nach Schloß Holte. Die Röntgenaufnahme im Tiergesundheitszentrum ergab, dass sich im Darm des gerade mal sechs Kilo schweren Winzlings ein dicker Klumpen gebildet hatte. Inzwischen lag das Fohlen apathisch neben seiner Mutter in einer Box.

„Ein Knick im Darm, möglicherweise eine Membran oder Gewebe, das den Darm verschließt – all das sind mögliche Ursachen“, so Dr. Heiner Vorbohle. Ein erster Einlauf war bereits ergebnislos auf dem Hof in Hannover gemacht worden. „Wir standen kurz davor zu operieren. Ein riskanter Eingriff, aber was wäre die Alternative gewesen…?“ Ob Arielle es geschafft hätte?

Alpaka Arielle: Johannes Vorbohle füttert mit der Flasche dazu. Foto: Uripress/Stubbe

Die kleine Intensiv-Patientin wurde eingehend untersucht, ein zweiter Einlauf gemacht. Ihre letzte Chance, ohne OP gesund zu werden. Ob es der Transport war, bei dem es trotz Vorsicht im Hänger ruckelte, die Behandlung… niemand kann das genau sagen. Aber: Das Fohlen begann Kot abzusetzen. „Und danach ging es Arielle stündlich besser“, erzählt der Tierarzt.

Alpaka Arielle steht wieder auf eigenen Beinen. Foto: Uripress/Stubbe

Drei Tage lang blieb Arielle mit ihrer Mutterstute unter Beobachtung im Tiergesundheitszentrum. Zuerst in einer großen Pferdebox und am Montag war sie dann so stabil, dass beide auf die Weide durften. Mama Abby lässt ihr Baby nicht aus den Augen. Und als Dr. Vorbohles Sohn Johannes mit dem Fläschchen kommt, ist Arielle schon so fit, dass er sie zum Füttern einfangen muss. „Die Stute hat nicht genug Milch. Das Kleine trinkt zwar, aber sicherheitshalber füttern wir zu“, erklärt der Tierarzt. Arielle nimmt einen kräftigen Zug aus der Flasche. Ein gutes Zeichen.

Und dann steht das Abschlussröntgen auf dem Programm. Fazit des Tierarztes: „Alles gut!“ Arielle und Abby durften am Dienstagnachmittag wieder nach Hause.

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