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Vorstoß der SPD im Rat: durch Kastrationspflicht Qualen beenden – Rahden soll Vorreiterrolle einnehmen

Auch in Rahden gibt es Katzenleid

Rahden/Lübbecke

„Wir unterstützen die Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen. Das wäre eine Erleichterung für unsere Arbeit“.

Unkontrollierter Katzennachwuchs wird zum Problem: Die Tiere stammen oft von Höfen, deren Bewohner sich nicht um sie kümmern. Ein Grund für Kastrationspflicht, sagen Tierschützer. Foto:

Klare Worte von Sara Meinsen, Leiterin des Tierheims Lübbecke, anlässlich des Besuchs von Dorothee Brandt und Stefan Rose. Die Mitglieder der Rahdener SPD-Ratsfraktion wollten sich einen Eindruck von der Situation verschaffen. „Was wir sehen, bestärkt uns in der Überzeugung, dass wir mit unserer Forderung nach einer Katzen-Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in der Stadt Rahden goldrichtig liegen“, betont Brandt.

Etwa 120 Katzen leben zurzeit im Tierheim in Lübbecke, darunter rund 90 Kitten. Sie werden vom Mitarbeiterteam liebevoll umsorgt, aber die Helfer stoßen dabei auch an ihre Grenzen. „Wir wollen natürlich alle herrenlosen Tiere aufnehmen, doch unsere Kapazitäten sind begrenzt“, berichtet Sara Meinsen. „Wir sind beeindruckt, wie gut die Katzen hier versorgt werden“, sagen Brandt und Rose.

In der Nacht vor dem Besuch von Dorothee Brandt und Stefan Rose wurden diese beiden kleinen Kitten abgegeben. Foto:

Nicht nur für die Katzenkinder, auch für ältere Tiere, die teils unter Krankheiten leiden, sucht das Tierheim ein liebevolles Zuhause. „Oft sind es Fundtiere, die zu uns kommen. Sie wurden ausgesetzt oder die Besitzer haben sich überhaupt nicht um sie gekümmert – ein Grund mehr für die Kastrationspflicht“, macht Meinsen deutlich. „Sie gäbe uns auch endlich eine Handhabe, um die Halter freilaufender Katzen in die Pflicht zu nehmen, weil wir dann die Ordnungsämter, wie etwa das Beispiel Bielefeld zeigt, einschalten können. Zurzeit sind uns die Hände gebunden und wir müssen hilflos zusehen. Auch in Rahden ist die Katzenwelt nicht in Ordnung.“

Die SPD Rahden macht sich für die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen stark. Darüber haben Stefan Rose und Dorothee Brandt (von links) kürzlich mit Sarah Meinsen gesprochen. Foto: privat

Die Tierheimleiterin nennt ein Beispiel, auf das Tierschützer zufällig stießen: „In einem Außenbezirk von Rahden suchten wir nach einem ängstlichen, freilaufenden Hund, der definitiv nicht auf die umliegenden Höfe gehören sollte. Zu diesem Zweck errichteten wir mit einer sehr engagierten Anwohnerin und in Zusammenarbeit mit Sandra Eßler vom ehrenamtlichen Team Hundesicherung Minden-Hannover-Hildesheim eine mit einer Wildkamera versehene Futterstelle, um den Hund vor die Linse zu bekommen“, erzählt Meinsen. „Dem Hund sind wir noch nicht auf der Schliche gekommen, wohl aber wird durch die Aufnahmen deutlich, dass massiv viele Katzen von den wirklich sehr überschaubaren Höfen aus der Umgebung kommen müssen.“

Die Tierschützer erfuhren von einer Anwohnerin, dass auf den Höfen ständig „nachproduziert“ werde und die Kitten zum Teil grausam ertränkt würden. „Mit dieser Tierquälerei soll Schluss sein“, sind sich die Tierschützer und die Sozialdemokraten einig. Auch deshalb habe die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt, der am 30. September im Rat beraten werden soll.

„Wir hoffen auf breite Unterstützung der anderen Fraktionen, keiner kann doch dieses Tierleid wollen“, ist Dorothee Brandt überzeugt. „Die SPD möchte schon im Vorfeld mit den anderen Fraktionen das Gespräch suchen. Wir haben den Anstoß gegeben – jetzt möchten wir alle ins Boot holen. Tierleid zu verhindern, sollte allen eine Herzensangelegenheit sein und nicht Gegenstand politischer Querelen werden“, betonen Brandt und Rose.

Sara Meinsen zeigte ihren Besuchern aus Rahden die Einrichtung in Lübbecke. Foto: privat

„Tierfreunde gibt es in allen Parteien“, wissen sie. „Ein sicherer Beweis dafür: Noch nie zuvor haben in den sozialen Medien wie Instagram so viele Nutzer auf einen Beitrag der SPD Rahden reagiert. Wir waren über hunderte von Klicks mehr als glücklich. Natürlich muss auch über die Finanzierung geredet werden, natürlich werden Kosten auf die Kommune zukommen. Doch wir setzen auch – und die überwältigende Zahl der Klicks macht Hoffnung – auf Spendenbereitschaft.“

Tierheimleiterin Sara Meinsen. Foto: privat

Eine Möglichkeit nennt Sara Meinsen: „Der Tierschutz Lübbecke kann Spenden zweckgebunden buchen. Tierfreunde können speziell für die Kastration der Katzen spenden.“ Sie hofft, dass Rahden eine Vorreiterrolle einnehmen wird. „Ich drücke die Daumen. Es wäre ein Ende vieler Qualen und der erste Schritt, andere Städte und Gemeinden mit ins Boot zu holen.“

Der Wunsch der Tierschützer ist es, dass es gelingt, kreisweit die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zu etablieren. Eingeführt sei die Pflicht bundesweit in fast 900 Kommunen. „Wir würden uns über Unterstützung aus der Bevölkerung freuen. Toll wäre es auch, wenn Tierfreunde uns ihre Geschichten erzählen würden“, bitten Stefan Rose und Dorothee Brandt um Unterstützung. Erreichbar sind sie per E-Mail unter tierleidverhindern@gmx.de. Auch das Tierheim Lübbecke ist Ansprechpartner.

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