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Verein „Ein Lächeln für dich“ aus Preußisch Oldendorf erfüllt Herzenswünsche

Auf der Yacht Richtung Bad Essen

Preußisch Oldendorf/Getmold

WB/stl – Viola (15) hatte einen Herzenswunsch: Sie wollte Elefanten füttern. Der Verein „Ein Lächeln für dich“ machte es möglich (wir berichteten ausführlich). Jetzt erfüllte der Wassersportverein Preußisch Oldendorf ihr und vier weiteren Kindern und Jugendlichen einen weiteren Herzenswunsch: ein Boot zu fahren. So steuerte die fast blinde Viola unter Anleitung eines erfahrenen Schiffsführers eine 38-Fuß-Yacht bei leichter Fahrt Richtung Bad Essen.

Mitglieder des Wassersportvereins Preußisch Oldendorf erfüllten der 15-jährigen Viola und vier weiteren Kindern und Jugendlichen einen weiteren Herzenswunsch: ein Boot zu fahren. Mit einer Yacht ging es in Richtung Bad Essen. Foto:

Als die Anfrage von Familie Pape, ob der Wassersportverein ihr diesen Wunsch erfüllen könne, den Vorstand erreichte, war schnell klar: Es wird nicht ein Boot mit einem Kind. Es werden fünf Boote mit fünf Kindern, die für diesen Nachmittag bei leichtem Seegang Schmerz, Trauer und Krankheit am Festland lassen und zu See fahren.

Als die Kinder unter Begleitung einer Krankenschwester und Betreuern von „Ein Lächeln für dich” im Yachthafen vom WSV begrüßt wurden, waren es die leuchtenden Kinderaugen, die den Bootsführern aufzeigten, welche Bedeutung dieser Nachmittag für die jungen Kapitäne haben wird. Nach einer Sicherheitsunterweisung des Vorsitzenden dauerte es dann auch nicht lange, bis alle fünf Boote mit einem kurzen Zug des Horns die Leinen los machten und ausliefen.

Anfang Juni hatte Viola die drei Elefantendamen Baby, Mala und Yuma im Ströher Tierpark besucht. Auch das hatten die Aktiven des Vereins „Ein Lächeln für dich“ in Getmold möglich gemacht. Tierpflegerin wolle sie werden, hatte sie erzählt, und sich denn auch ohne Scheu den Elefanten genähert. „Ich bewundere den Mut und die Selbstverständlichkeit, mit der Viola ihr Leben meistert. Früher hatte sie Angst vor Tieren, heute füttert sie die Elefanten und morgen reiten wir auf einem Therapiepferd in Stemwede. Trotz ihres Handicaps und vieler Operationen, die Viola schon durchlitten hat, geht es für sie mit ihren Mitteln immer nach vorn. Das ist sehr hoffnungsvoll, dabei können wir helfen“, beschrieb Nicole Pape damals die Situation.

Seit März 2014 begleiten Frank und Nicole Pape schwer kranke Menschen, ihre Lebenspartner, Eltern und Geschwister in ihrem Leben und Erleben von Abschied, Trauer, Angst und Hoffnung. Ihnen ist es wichtig, kranken, ja todkranken Menschen ein Gefühl der Gemeinschaft zu geben, sie an einem Familienleben teilhaben zu lassen, das sie womöglich schon seit vielen Jahren gar nicht mehr gekannt haben. „Die Zahl der Anfragen steigt stetig“, weiß Nicole Pape. Es sei schon vorgekommen, dass jemand unangekündigt vor der Tür gestanden und gesagt habe: „Ihr seid doch die, wo man sterben kann.“ Auf der Homepage des Vereins liest sich das so: „Wir geben Menschen, die sich auf ihre letzte Reise vorbereiten müssen, einen Ort, an dem sie liebevoll begleitet werden.“ Der Umgang mit Hunden und Pferden auf der weitläufigen Anlage in Getmold soll dabei helfen. Frank Pape formuliert es so: „Die Betroffenen brauchen einen Rückzugsort, an dem sie mal nicht stark sein müssen.“

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